Das Bio-Huhn und das Messer

Mit schönster Regelmäßigkeit  kommt mein Mann nach dem Einkaufen schimpfend in die Küche: „24 Euro für ein Bio-Huhn!!!“ Und jedes Mal erkläre ich ihm milde lächelnd, dass ich daraus drei Mahlzeiten bereite und diese damit billiger sind als jede Pizza vom Dorfitaliener.

schenkel2

Ebenfalls immer und immer wieder stehe ich danach fluchend in der Küche, weil das Tier mit meinen Messern nicht so einfach zu zerlegen ist. Um den Kreislauf der Jahre zu durchbrechen, habe ich mir nun ein Chroma 301 Ausbeinmesser zugelegt und schaue mal, ob das was taugt. Es sieht schon sehr geil aus und liegt viel besser in der Hand, als ich gedacht hätte.

Zunächst schneide ich die kleinen Flügelchen ab und gebe sie dem Hund. Zum Glück hat man Mann wenig Ahnung von der Anatomie des Huhns, sonst würde er sie vermissen und ich hätte die Diskussion, ob der Hund wirklich unbedingt Bio-Huhn fressen muss. (Ja, muss er).

flügel1

tara1

Danach kommen die großen Schenkel dran. Für die habe ich meine Zubereitungsmethode gefunden, die ich nicht mehr ändern werde: Auf Backpapier in den Ofen, 1,5 Stunden bei 100 Grad und dann nochmal 30 Minuten bei 220 Grad. Damit werden sie zart und saftig und bekommen diese krosse Haut, die ich so liebe. Ich würze immer erst spät mit Salz, Pfeffer und meiner Cajun-Mischung, damit die Gewürze nicht verbrennen.

schenkel1

Das Auslösen der Brust, ohne dabei die kleinen Filets zu zersäbeln, wird nun zeigen, ob sich das Ausbeinmesser gelohnt hat. Immer schön am Knochen entlang gleitet das Chroma durch das Hühnerfleisch wie durch Butter! Wow. Es geht sensationell einfach. Die Profiköche lachen sich nun vermutlich kaputt, denn deren Devise ist es ja immer, sich schnellstmöglich die besten Messer zuzulegen. Tja, hätte ich mal früher auf sie gehört, hätte ich mir viel sinnlose Schnippelei erspart.

brust1

Ich mag die Hühnerbrust auch gerne mit Haut und mit diesem Messer zerreisst sie nicht, sondern wird schlicht und einfach da durchgeschnitten, wo ich das gerne hätte. Das Leben kann so einfach sein mit dem richtigen Werkzeug. Ich brate eie Hühnerbrüste immer am Stück und schneide sie erst am Ende in Streifen, wenn ich sie für ein Curry oder einen Salat benötige, da sie sonst zu trocken wird. Außerdem habe ich Huhn gerne durchgebraten und sollte man beim ersten Schnitt sehen, dass sie noch ein Minütchen braucht (hüstel), kommt sie zurück in die Pfanne.

brust2

brust3

Aus der Karkasse koche ich parallel meine Hühnerbrühe, die ich in Eiswürfelbehältern einfriere oder in einer großen Portion als Basis für das nächste Risotto – oder es kommen Nudeln dazu und nennt sich dann Hühnersuppe.

Jetzt habe ich also einen echten Porsche in der Küche stehen (das Design ist von F.A. Forsche, der auch den 911er designte). Das Chroma soll leicht zu schleifen sein mit einem speziellen Schleifstein (natürlich), auch das werde ich probieren. Und das Messer war lange nicht so teuer, wie ich automatisch immer annahm. Sowas muss mehrere hundert Euro kosten und das ist mir zu teuer. Falsch gedacht. Das Ausbeinmesser kostet 75 Euro, ein Allzweckmesser 65 Euro. Das ist deutlich weniger, als ich mir vorgestellt hatte.

Mit dem Ausbeinmesser, das vielleicht nicht jeder von Euch so oft benötigt, kann man durchaus auch Gemüse und Fleisch ganz normal schneiden. Das wollen die Hersteller vielleicht nicht hören – aber ich benutze das Messer für so gut wie alles. Auch für Bio-Huhn mit Wachtel-Ei für den Hund.

tara2

Fazit: Ich stehe jeden Tag in der Küche und wenn ich nicht koche, schneide ich Fleisch für Katzen und Hund. Also in die Tonne mit allen billigen Messern, die nicht mal eine Tomate schneiden können und her mit den Chroma-Messern. Sie sind es absolut wert. Und ich bin es mir wert.