Tipp: Kochkurs im King Creole

Ich glaube kaum, dass jemand so viele Kochkurse besucht hat wie ich. Es werden so um die hundert gewesen sein. Naja, ich musste das tun, es war mein Job. Und gestern war ich doch tatsächlich freiwillig bei einem Kochkurs im King Creole… Seit fast einem Jahr hing ich Werner Berringer am Rockzipfel, er solle doch endlich mal wieder Kurse anbieten und in seiner Verzweiflung hatte ich zunächst einen eigenen, privaten, indem er mir alle Küchengeheimnisse verraten hat.

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Werner Berringer, Tina Meyer, Tobias Schmitt

Aber der Reihe nach. Sieben Jahre lang habe ich beruflich Kochkurse organisiert für die Genussakademie und anfangs auch einen bösen Fehler gemacht, nämlich eine Idee zu haben und diese dem Koch vorzuschreiben. Die Köche haben sich das angehört, alles zugesagt – und doch ihren Kurs so gestaltet, wie sie es vorher auch schon geplant hatten. Diese Methode ging also gründlich schief und es hagelte Beschwerden, weil meine Beschreibungen der Kurse wenig mit dem zu tun hatten, wie sie abliefen.

Aber so unterschiedlich wie die Köche und die Kochkurse waren, so hatten sie alle ihren Charme. Da auch die Besucher der Kurse völlig unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche haben, konnte ich aus der Not schnell eine Tugend machen: Ich habe schlicht und einfach den Koch gefragt, wir sein Kurs abläuft und das dann beschrieben. Und schon konnte jeder Teilnehmer den für sich passenden Kurs finden. Manche Köche zeigen alles, man darf aber nichts anfassen und nicht mitmachen. Mein Vater beispielsweise hat sich so einen Kurs ausgesucht, er wollte selbst nicht kochen, aber unbedingt mal einen Sternekoch ganz nah sehen und ihm auf die Finger schauen. Wie im Fernsehen, nur in echt. Bei anderen Veranstaltungen bekommt jeder Teilnehmer eine Schürze, hat sein Schneidebrett vor sich und macht jeden Schritt unter Anleitung selbst.

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Ich persönlich mag die Mischung aus beidem. Und so war es auch im King Creole. Im hinteren Raum mit viel Platz war der von allen Seiten gut einsehbare Kochtisch aufgebaut und eine Tafel für die Gäste, an der zwischendrin immer mal gemeinsam ein Gang gegessen wurde. Es war übrigens auch der erste Kochkurs, zu dem mein Hund Tara mit war, denn er fand nicht in der Küche statt und sie konnte einfach in ihrer Ecke liegen und warten, bis ihr Amuse Buche kam.

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Wie immer und wie es in jeder Menüfolge logisch ist, wurde zunächst das Dessert vorbereitet, da es kühlen oder fest werden muss. Die karamellisierte Kokoscreme war in 5 Minuten fertig. Kochen kann so einfach sein, wenn man weiß, wie es geht… Die Rezepte waren bereits ausgedruckt mit Platz für eigene Notizen, was ich auch wunderbar finde. Geleitet hat den Kurs erstmalig Tobias Schmitt, der neue Chefkoch des King Creole, da sich Werner Berringer langsam aus dem King Creole ein wenig zurückzieht. Er stand aber in der Hauptküche für das Restaurant und schickte nebenbei jeden Gang auch nochmal in ein paar Portionen für die Kursteilnehmer, damit auch bloß keiner verhungert. Manchmal fanden wir unsere eigenen Kreationen allerdings besser! Bei den frittierten Okras in pikanter Sauce kam sie exakt gleich aussehend perfekt aus der Küche – unsere waren irgendwie krumm und schief. Aber besser. Ätsch.

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Ich mag die Gruppendynamik bei Kochkursen, sie ist immer gleich. Es gibt immer einen, der nicht mitmachen will (naja, ich zum Beispiel) und immer einen, der dem Koch erklärt, wie es geht. Wichtig ist, dass jeder seinen Spaß hat und auch alle zusammen, und das war im King Creole der Fall. Kein Zwang. Jeder kann mitmachen oder nur zuschauen, ganz, wie er möchte. Tobias Schmitt hat jede Frage beantwortet und wirklich viele Geheimnisse der kreolischen Küche verraten. Es ist viel einfacher, als man denkt. In diesem Kurs erfährt man, wie die berühmte scharfe Cocktailsauce gemacht wird und der Coleslaw. Es gab Crab Cake, gefüllte Hähnchenkeule mit Ananas-Chutney, Fischfilet und Jakobsmuschel auf Süßkartoffelpüree mit Limonen-Mandel-Pesto und man kann es wirklich ohne Probleme zu Hause nachkochen.

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Wer Fan der Creolischen und Cajun Küche ist, muss zu einem der nächsten Termine! (Aktuell sind sie noch nicht auf der Homepage, aber ich finde sie heraus und ergänze sie demnächst hier)

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Ich geb mir ja am 28.12.2016 auf jeden Fall auch das Rum-Tasting. Werner Berringer hat an sich schon über 30 Sorten Rum immer da und ein bis zwei pro Besuch probiere ich dann. Dass Rum so vielfältig ist, wusste ich vorher nicht und freue mich sehr auf diesen besonderen Abend.

Mein erster Kochkursbericht:
https://timefoodblog.wordpress.com/die-messer-der-meister/

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