Tipp: Kempinski Hotel Gravenbruch

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Das Kempinski Hotel Gravenbruch kenne ich nun auch schon 25 Jahre. Unvergessen ist mir Hoteldirektor Elmar Greif bzw. seine Visitenkarte, auf der als Berufsbezeichnung „Ihr Gastgeber“ stand. Das war und ist bis heute ein Sinnbild dafür, wie das Haus geführt wird: sehr herzlich.

Ein wenig grinsen muss ich zwar immer über die Bemühungen, das Haus mittels Bezeichnung und Telefonvorwahl nach Frankfurt zu verlegen, was wohl für Buchungen aus dem Ausland wirklich hilfreich ist – aber die Einheimischen halt mit dem Kopf schütteln lässt. Und andere Hoteldirektoren vermutlich die Pest ärgert.

Seit Hunde im Kempinski wirklich willkommen sind und nicht nur zähneknirschend geduldet werden, bin ich dort nun auch wieder öfter. Gestern beispielsweise war ich im Sra Bua by Juan Amador zum Essen und da Blitzeis angekündigt war und ich den Weinempfehlungen von Sommeliere Serkan Müller selten widerstehen kann, hatte ich mein gepacktes 50er Jahre Köfferchen dabei. Im Zimmer, farblich passend zu meinem Gepäck gehalten, fand ich ein eigenes Körbchen für Tara vor, einen Wassernapf und Hundekekse sowie Macarons für mich. So lässt man sich das gefallen.

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Erst ging es mal ins Zimmer 100, die Raucherlounge, mit einem Glas Champagner den Abend einläuten. Schön, wenn man nicht mehr fahren muss. Und Champagner ist eins meiner Lieblingsthemen, über das ich auch bald mehr berichten kann. Im Sra Bua kam dann auch gleich Wasser für den Hund und ich habe ein neues Lieblingsgericht: Simon Proschkas Jakobsmuschel. Für den aktuellen Gruß aus der Küche „One night in Bangkok“ alleine würde ich immer wieder hinfahren („Lassen Sie das Essen weg, bitte nur den Gruß aus der Küche in vier sehr großen Portionen“) und das Dessert Onde Onde (Pandan | Kokos | Mango) ist auch ein echter Knaller. Details dazu folgend in einem anderen Bericht, hier und heute geht es mir um das Hotelerlebnis.

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Zurück auf dem Zimmer verbrachte ich einige Zeit damit, das Lichtbedienungskonzept zu verstehen, ich bin halt auch schon älter, bekam aber immerhin den Riesenflat-TV in Gang. Nachdem man mir als bekennendem Toskanaweintrinker im Restaurant bereits einen Bordeaux untergejubelt hatte, den ich erstaunlicher Weise mochte, fand ich als kleines Geschenk der aktuellen Gastgeberin Karina Ansons ausgerechnet einen deutschen Rotwein vor. Das werde ich ihr bei passender Gelegenheit heimzahlen.

Nach einem wunderbaren Abend und einer ruhigen Nacht bis zum Einsatz der Feuerwehr um 6 Uhr (das kann man dem Hotel aber beim besten Willen nicht vorwerfen) folgte dann ein wirklich herrliches Frühstück. Traf man in dem altehrwürdigen Gebäude, das in den vergangenen Jahren sehr aufwändig und sehr lange renoviert wurde, früher Michail Gorbatschow beim Abendessen, so bruncht man heute neben Fußballgott Alex Meier. Schön, wie das Haus mit der Zeit gegangen ist. Meine kurzen Bedenken, ob die Hundefreundlichkeit denn auch bis zum Frühstück hält, waren schnell verflogen. Auch hier war wieder die Herzlichkeit des Personals überwältigend und herausragend. Ich war wirklich in vielen großen Hotels, aber so glaubhaft interessiert und freundlich wie hier wurde ich selten behandelt.

Das Frühstücksbuffet ist sensationell. Mit Live-Cooking-Station und allen Zutaten, die man sich nur wünschen kann. Als kleinen Flucht aus dem Alltag am Wochenende absolut zu empfehlen, da kann kein Frankfurter Szene-Café mithalten.

Wo waren denn nun die Haare in der Suppe, die Kritikpunkte, die jemand wie ich immer findet (weil er gezielt danach sucht…)? Tja, zwei Kleinigkeiten gab es wirklich. Zum einen wird das Schwimmbad gerade renoviert und ist geschlossen. Da es andeutungsweise auf der Homepage steht, muss man da durch als Gast. Und ich freue mich auf die Neueröffnung. Zum anderen gibt es kein Ladekabel für ein iPhone an der Rezeption. Natürlich keins für so ein altes Gerät wie mein 4er (ja, sowas gibt es noch) – aber es hätte auch keins für das Modell 5 oder 6 gegeben. Und das wundert mich in so einen Top-Haus wirklich. Ich nehme an, ab morgen gibt es eins… Am 27. Januar bin ich wieder dort zum Bollinger Champagner Abend – ich werde nachfragen.

Mein Auto wurde vorgefahren und komplett vom Eis befreit. Und das haben die früher auch mit meiner verbeulten Schrottkarre gemacht, Gast ist Gast. Ob Maserati oder Seat. Ein so perfekter Service zeigt natürlich, worin sich die Grande Dame Kempinski Gravenbruch nach wie vor von allen Häusern unterscheidet: Es ist die Herzlichkeit des Personals. Keine Arroganz, keine Unterwürfigkeit. Einfach echte Freundlichkeit.

In dem in neuem Glanz erstrahlten und heute hochmodernen Kempinski finden demnächst einige kulinarische Highlights statt: Beispielsweise das Bollinger Champagner-Menü am 27.1. und der Weinabend St. Anthony am 18.2., beide mit 5-Gang-Menü im Sra Bua by Juan Amador. Ja, da werde ich deutschen Wein trinken – und ich freue mich darauf!