Essig – Erwin Gegenbauer

Ich bin etwas vorsichtig mit Hymnen, das sieht dann immer so aus, als hätte man mir viel Geld dafür bezahlt (hat man nicht!), aber auf Erwin Gegenbauer und seine Essige muss ich einfach eine singen.

Jeder Koch und jeder interessierte Hobbykoch kennt die Essige des Wiener Brauers. Über 70 Sorten! Mancher kennt das saure Gold vielleicht auch noch gar nicht, sollte das aber schnellstens ändern. Ich verstehe die Leute nicht, die stolz neun verschiedene native Olivenöle im Regal stehen haben – und als höchstes der Essiggefühle einen weißen Balsamico aus dem Supermarkt. Gerne umgefüllt in eine Karaffe (jaja, den Trick habe ich quasi erfunden), damit man die peinliche Flasche nicht entdeckt. Die Glasflaschen von Gegenbauer hingegen schmücken jede Küche.
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Für Einsteiger und Unentschlossene gibt es einige kleine Sets, mittels derer man sich an seinen Favoriten heran tasten kann, ohne gleich 250 ml da stehen zu haben.
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Ich bin Fan der Fruchtessige, weil sie nicht an jeder Ecke zu bekommen sind und man damit endlich mal einen anderen Geschmack in sein ewig gleiches Salatdressing bekommt. Heute verwende ich Weichsel Sour Cherry. Der Feigenessig lacht mich aber auch sehr an.

Um einen Wermutstropfen in den Lobgesang auf Erwin Gegenbauer zu schütten: Ob der Mann sich mit sich mit der Keltenhof Salate Kooperation einen Gefallen getan hat, weiß ich nicht. „Shake’n’Dress“, in einer Plastikflasche geliefert, hat einen für mich völlig geschmackslosen Inhalt. Da kann ich schütteln, wie ich will und wirklich nur empfehlen, sich die Marinaden selbst zusammen zu stellen und vernünftig zu würzen. Öle hat Erwin Gegenbauer nämlich ebenfalls im Sortiment.