Kamerunschafe

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Kamerunschafe

Wenn ich in meinen Feldgarten fahre, komme ich am Zaun des Karbener Schlosses vorbei, in dessen Park eine der Herden Kamerunschafe lebt, die ich aktuell wieder hüte. Oft stehen dort Familien und werfen vergammeltes Zeug über den Zaun. Manchmal halte ich an und frage, was sie da tun. „Wir füttern die Ziegen!“ist meistens die Antwort. Auf mein: „Das sind Kamerunschafe.“ Folgt stets – leicht erbost – „Nein, das sind Ziegen.“ (Mich überkommt dann immer die Lust, ihren Kindern ein verschimmeltes Bonbon anzubieten, aber ich fahre weiter.)

Was sind das für Leute, die eine Ziege nicht von einem Schaf unterscheiden können, sich aber anmaßen, fremden Tieren mieses Futter hinzuwerfen? Küchenabfälle, angemoddertes Obst und Gemüse sowie weiches Brot? Warum kapieren diese Menschen nicht, dass Tiere an sowas eingehen können? Ich bin nur froh, dass meine Pferdekoppel innerhalb des Stallgeländes liegt und es Skol erspart bleibt, von freundlichen Fußgängern versehentlich vergiftet zu werden. Pferde werden ja auch gerne mit Kuchen, weichem Brot und ähnlichem Unfug bedacht.

Zurück zu den Kamerunschafen. Im Moment betreue ich drei Herden auf drei unterschiedlichen Koppeln, da der Besitzer in Urlaub ist. Eigentlich ist da nicht viel zu tun. Im Sommer brauchen sie nur Wasser und ab und zu mal etwas Körnerfutter, den Rest finden die Tiere auf den weitläufigen Grasflächen. Trockenes (!) Brot zum Spaß darf es auch geben. So kann man die Schafe gut halten, leider werden die Tiere und ihre Bedürfnisse oft unterschätzt. Mehrfach konnte ich schon beobachten, wie sich Leute die netten hübschen Tiere zu nah ans Haus gestellt haben und auf eine viel zu kleinen Fläche, gerne auch in einer viel zu kleinen Gruppe. Es sind Herdentiere, die mächtig Lärm machen und ausreichend Platz benötigen. Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeiten, wie sie im Karbener Schlosspark gegeben sind, oder kann eine so große Koppel pachten, aber wer keine artgerechte Haltung bieten kann, sollte einfach verzichten.

Im Winter war die Versorgung der Herden schon eine ganz schöne Plackerei. Da benötigen sie deutlich mehr Wasser (im Sommer nehmen sie Flüssigkeit auch durch das Gras auf) sowie Heu und Futter. Das sollte man auch bedenken, bevor man sich Kamerunschafe anschafft. Es reicht nicht, sie einfach auf eine Weide zu lassen und im Frühjahr an den Lämmern zu erfreuen, wenn man einen Bock bei den Auen hat. Der muss dann weg, damit keine Inzucht entsteht, also muss entweder ein neuer, blutsfremder Bock her – oder die Lämmer zum Herbst hin geschlachtet werden.

Nein, ICH werde keine halten!! Nur vielleicht, wenn wir doch mal in ein Haus mit Koppeln dran ziehen… Dann gibt es auch Hühner…

„Hühner“, mein Stichwort für morgen. Vorhin erreichte mich der Anruf aus den USA, beim Karbener Ordnungsamt sei eine Beschwerde gegen den Hahn eingegangen. Der kleine Sausack geht offensichtlich nachts nichts ins Hühnerhaus, sondern krakelt ab morgens 5 Uhr rum zur Freude der Nachbarn, die keine Gelegenheit auslassen, sich zu beschweren. Bei Sonnenuntergang habe ich ihn nicht erwischt, morgen starte ich den nächsten Versuch. Er kommt dann zur Hahnengruppe im Kleintierzuchtverein. Aber fang‘ mal einen Hahn im Schlosspark. DAS wird ein großer Spaß, ich konnte ihn ja bisher noch nicht mal fotografieren.

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2 Antworten zu Kamerunschafe

  1. Spottdrossel schreibt:

    Die sollen sich nicht so anstellen – mein Dicker hat Arbeitsbeginn 4.30 Uhr 😉 .
    Am Anfang hatte ich noch ein schlechtes Gewissen, aber wenn Besoffene nachts regelmäßig das Dorf „unterhalten“ dürfen, warum soll ich dann einem Hahn mit weniger Hirn die Uhrzeit beibringen?
    Kannst Du den mitteilungsbedürftigen kleinen Kerl mit Futter in eine günstige Ecke locken? Ohne Ecke ist Mensch klar im Nachteil…

    • tinatara schreibt:

      Leider handelt es sich bei dem Schlosspark um ein Gelände in der Größe mehrerer Fußballfelder mit zahlreichen Hecken und ohne Ecken. Da ist nix zu wollen…

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