TNT

Danke Tülay Sanlav für die schöne Führung durch eine wundervolle Location und das tolle Essen.

Ein wunderschönes, altehrwürdiges Gebäude wie das Thurn und Taxis Palais mit modernem Interieur und bodenständiger Frankfurter Küche zu kombinieren, ergibt eine sehr explosive Mischung. Wenn dies zudem die Gastronomen Sadi Sanlav und Mo Rahimi in Angriff nehmen, sollte man mit einer Explosion rechnen.

Gut Ding will manchmal Weile haben. Schon 2010 hatten Sanlav und Rahimi den Mietvertrag zum Thurn und Taxis Palais unterschrieben, weil sie sich in das Gebäude verliebt hatten und unglaubliches Potenzial darin sahen. Es klappte in letzter Sekunde nicht und das Druckwasserwerk wurde damals das nächste Projekt in der Erfolgsserie des Teams. Nun wurde die Location erneut frei und dieses Mal hat es geklappt: Das TNT eröffnet am Pfingstmontag.


Küchenchef Philipp Wiese ist seit vielen Jahren mit im Team und gibt auch dem TNT seine eigene Handschrift. Deutsche regionale Küche wird es geben und zudem eine große Steakkarte mit Fleisch vom Lavagrill. Und sonntags als Alternative zu den üblichen Brunchs einen echten Sonntagsbraten. So, wie Oma ihn auch gemacht hat. Mittags einen bezahlbaren Quicklunch, der auch wirklich schnell kommt, sowie eine eigene Pâtisserie, die für den Gast komplett einsehbar ist.

Die Örtlichkeit gibt alles her, was das Herz begehrt. Unterschiedliche Räume, für alle Personenzahlen zwischen zwei und zweihundert abgrenzbar. Eine Bar, die bis 3 Uhr nachts geöffnet sein wird. Einen Kuppelsaal, in dem man heiraten möchte. Eine Bibliothek, in der man verweilen kann und eine passende Lesebrille gereicht bekommt.


Außen bleibt es das altehrwürdige Thurn und Taxis Palais, aber innen im Gebäude haben sich Sanlav und Rahimi mal wieder so richtig ausgetobt. Alles wurde erneuert, kein Stein blieb auf dem anderen. Viele neue Steinwände wurden gezogen. Sogar die Küche komplett herausgerissen, vergrößert und neu eingerichtet. Handgefertigte Kronleuchter aus Bleikristall aus Österreich gehören ebenso zum Interieur wie wunderschöne neue Polstermöbel und herrliche alte Stühle. Das Team brennt. Es lebt die Gastronomie. Und deswegen werden wir hoffentlich richtig Dynamite im TNT erleben.

 

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Temari Sushi

An Sushi habe ich mich bereits mehrfach versucht. Die waren auch meistens gut essbar, allerdings nicht unbedingt fototauglich. Diese Rollmatte, meine beiden linken Hände und ich kommen einfach nicht zusammen. (Jajaja, das muss man üben, ich weiß).

Heute bin ich dann auf Temari Sushi gestoßen. Die Sushi Balls werden einfach in Frischhaltefolie zur Kugel geformt, das bekomme sogar ich hin. Und hübsch sind sie auch!

Zunächst den Sushi-Reis mehrfach gut waschen, bis das Wasser klar bleibt. In einem Topf etwas mehr Wasser als Reis einfüllen, bei 300 gr Reis nehme ich 400 ml Wasser. Sobald er aufkocht, Hitze runter drehen und 15 Minuten leicht köcheln lassen. Dabei unbedingt oft umrühren, sonst brennt es an.

Zum Auskühlen in eine große Schale geben und mit Sushi-Essig (oder weißem Essig mit Zucker und Salz) verrühren. 20 gr Portionen abwiegen und beiseite stellen. Nun geht es an die Bällchen-Bereitung. Wir benötigen Klarsichtfolie. Was oben sein soll, darauf nach unten legen. Ein Reisbällchen dazu und die Klarsichtfolie zudrehen. Fertig ist das Bällchen. Dann noch mit Toppings garnieren.

Hier ein paar Beispiele:

Inside-Out
In das Reisbällchen eine Kugel Avocado oder Gurke oder Lachs oder Thunfisch geben und sie am Ende in Sesam wälzen.

Pink
Himbeeren durch ein Sieb streichen und den Reis damit färben.

Ei
Dazu ein Eigelb verkleppern und als Omlett backen, danach in kleine Streifen schneiden.

Gurke

Lachs

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Schrullig, sagt Verena

Meine Freundin Verena nennt mich schrullig, weil ich Tara eine Platte angerichtet habe. Ja, vermutlich bin ich das. Aber ich hatte Spaß daran.

Bio-Rinderhack | Kalbsleberwurst | Frankfurter Würstchen | Lachs | körniger Frischkäse | Himbeere | Mango | Sprotten | Leinöl und rohes Wachtel-Ei.

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Mirko Reeh | Wachteln auf Wildkräutersalat mit warmem Birnendressing

Was ich an Mirko Reeh besonders liebe ist, dass die Zusammenarbeit mit ihm so unkompliziert verläuft. Als ich ihm erzählte, dass ich für meinen Blog Wachtelrezepte suche, sagte er sofort: „Ei dann komm doch in meinem Geflügelkurs vorbei, da hab ich Wachteln dabei.“. Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen.

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Das Rezept für diesen Zwischengang ist so simpel, dass es wirklich für jeden Kochanfänger problemlos nachzukochen ist. Was ich auch brav getan habe. Mir persönlich waren die Wachteln zu blass, ich habe meine dann doch noch mit Honig und Orangensaft lackiert. Und was man auch dazu sagen muss: Dieses Rezept ist für den Koch simpel, der Gast hat aber mit einer nicht ausgelösten halben Wachtel auf dem Teller viel zu puzzeln.

Wachteln auf Wildkräutersalat mit warmem Birnendressing
Zubereitungszeit: 15 Minuten

wachteln

Die Wachteln werden lediglich im Ganzen auf einem Backblech gesalzen und gepfeffert und kommen bei 180 Grad für 15 Minuten in den Ofen. Das war es schon.

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Birnen in kleine Würfel schneiden und mit etwas Öl andünsten. Ich habe beim Nachkochen Butter verwendet. Nach ca. 10 Minuten mit Honig, Apfelessig, Öl, Pfeffer und Salz würzen und pürieren.

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Etwas Salat auf ein Tellerchen, eine halbe Wachtel dazu und das Birnendressing drüber. Fertig.

Mirko Reeh:

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Mein Ergebnis:

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New Bento Picks

Schon klar, dass man für andere Leute nicht mehr alle Latten am Zaun hat, wenn man sich über die neuen Panda Bento Picks aus Japan freut. Aber mir ist ja grundsätzlich egal, wer was über mich denkt. Ich finde sie bezaubernd.

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Rum | Ron | Rhum

Rum ist eigentlich gar nicht so meins, ich trinke ihn wirklich nur im King Creole, weil Werner Berringer ihn so liebt, über 30 Sorten im Restaurant hat und ihn mir seit 20 Jahren immer schmackhaft macht. Etwas mehr über dieses Getränk zu erfahren, schloss also eine Bildungslücke und das Tasting hatte einige Überraschungen parat.

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Zunächst, dass die neue Besitzerin des Lokals, die wundervolle Samira Arrami, die Leidenschaft für das hochprozentige Getränk aus Zuckerrohr genauso teilt wie Werner, der an diesem Abend „nur“ wundervolle Kleinigkeiten aus der Küche an den Tisch der Taster schickte. Das gab mir, neben der Kochkunst von Tobias Schmidt, die ich schon kenne, erneut die Sicherheit, dass sich im King Creole nichts ändern wird, wenn der ehemalige Chef sich mehr zurückziehen wird.

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Ich möchte nicht zu viel über den Inhalt des Tastings verraten, denn es wird sicher weitere geben, die ich nur empfehlen kann. Wir erfuhren, was es mit Rum | Ron | Rhum auf sich hat, woher er ursprünglich kommt und wo er heute nach welchem Verfahren produziert wird. Nach einen Rum Cocktail wurden die weiteren Beispiele pur aus dem Nosing Glas verkostet und wir hatte eine Menge Spaß dabei, die einzelnen Noten herauszuschmecken und zu benennen. Da Rum nichts beigesetzt wird, außer manchmal Zuckercouleur zur Farbgebung, waren Unterschiede wirklich erstaunlich.

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Die Hintergrundinformationen waren kurzweilig und in einem Handout für Zuhause nachlesbar. Ich persönlich habe mir alle Rumgläser am Tisch behalten, um nochmal 1 gegen 3 usw. verkosten zu können und hätte mir das auch für die anderen Teilnehmer gewünscht. Vielleicht wird das im nächsten Tasting umgesetzt. Mir hat gut gefallen, dass alle vorgestellten Sorten aus einem Preissegment (um die 35 Euro pro Flasche) stammten, da sie so besser vergleichbar sind, als wenn man 10 Euro gegen 70 Euro stellt.

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Wenn ich mir aus der Reihe einen Rum kaufen sollte, würde ich mich für Don Papa entscheiden. Er passt wunderbar zum Dessert, schmeckt irgendwie nach Orange und gar nicht so butterig, wie einige der anderen Sorten, die ich lieber zum Backen verwenden möchte. Der typischste von allen, der so schmeckt, wie wir Anfänger uns Rum vorstellten, ist sicherlich der Plantation.

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Das Rum Tasting (59 Euro mit Wasser, 6 Rum und zahlreichen Kleinigkeiten aus der Küche) hat uns jedenfalls schlau, satt, zufrieden und leicht angetüddelt in die Nacht an unsere Fahrer übergeben. Bis auf das junge Paar, das sich noch je 2 anderen Sorten aus der Karte bestellt hat…

Hier noch ein Blick auf ein paar der Häppchen. Das Dessert muss ich allerdings leider verschlingen, bevor ich es knipsen konnte…

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essen3Danke an das Team des King Creole!

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Chili con Carne

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Vielleicht habe ich das Rezept noch nie eingestellt, weil ich nicht weiß, wie man es richtig schreibt. Aber kochen kann ich es. Ich hab‘ da ein paar Tricks…

Ich verwende:

Rinderhack
Zwiebeln
Knoblauch
Tomatenmark
Dosentomaten und frische Tomaten
frische Chilischoten
verschiedene Sorten Bohnen aus der Dose
Dosenmais
Rotwein
Kaffee
Zimt
Chiliflocken
Cayennepfeffer
Paprikapulver
Kreuzkümmel
Pfeffer und Salz

Ist alles kein Hexenwerk. Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen, Hackfleisch portionsweise dazu, damit es immer gut braun werden kann. Tomatenmark mit anrösten, dann mit Rotwein ablöschen und leicht einköcheln lassen, dann die Tomaten dazu. Eine Stunde köcheln lassen, dann Mais und Bohnen und Gewürze dazu, 15 Minuten später ist es fertig.

Kommen wir zu den Details und Feinheiten und Tricks und Kniffen.

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Wichtig ist es, das Hack portionsweise anzubraten, damit es braun wird und kein Wasser zieht und dann kocht, statt zu braten.

Ablöschen mit Rotwein bringt bei Rindfleisch immer den Geschmack nach vorne. Ein Schluck Kaffee gibt den Western-Touch. Kreuzkümmel und Zimt sind die Geheimzutaten neben Basics wie Chilipulver, frischem Chili, Cayennepfeffer und normalem Pfeffer.

Die Prise Zucker muss ich nicht erwähnen. In jedes salzige Gericht gehört eine Prise Zucker und in jedes süße Gericht eine Prise Salz.

Mein Trick ist zudem, nicht nur Kidneybohnen zu verwenden, sondern auch dicke weiße Bohnen oder irgendwelche anderen weißen Bohnen in Tomatensauce.

Ach, die Tomaten. Der Hauptbestandteil sind Dosentomaten, weil die reif in die Dose kommen und wirklich richtig nach Tomate schmecken. Ich mache aber immer frische Tomaten dazu. Wenn ich das Chili im Sommer mit eigenen Tomaten aus dem Garten mache, die ich reif ernte, dann brauche ich keine Dosentomaten.

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Ach, Rezepte schreiben kann ich nicht, aber Ihr wisst, was ich meine.

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Ich möchte nicht mehr ohne diese 6 Dinge arbeiten

Ich stehe jeden Tag in meiner winzig kleinen Fachwerkhaus-Küche und an durchschnittlich fünf Abenden in der Woche bringe ich ein warmes Essen auf den Tisch, was in den meisten Fällen sogar ziemlich lecker ist. Naja, bis auf ein paar wenige Ausnahmen.

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Unvergessen sind mir diese Nudeln mit Basilikum-Knoblauch-Sauce nach Jamie Oliver. Sie mussten tatsächlich nach dem ersten Bissen entsorgt werden. Jamie und ich haben irgendwie andere Vorlieben, was die Dosierung von Knoblauch betrifft.

Warum ich es mir aber an einem Ort, an dem ich wirklich gerne und vor allem oft bin, viele Jahre lang selbst so schwer gemacht habe, weiß ich manchmal selbst nicht. Heute stelle ich meine Küchenlieblinge vor, die ich mir eigentlich viel zu spät nach jahrelanger Quälerei erst zugelegt habe und mich frage, warum ich das nicht früher gemacht habe. Es sind die Dinge, die ich wirklich jeden Tag benutze.

Top Platz 6

Herd mit Ceranfeld. Er lässt sich einfach viel besser sauber machen als der mit Kochplatten und ist auch wirklich einen Schritt schneller. Was hab‘ ich früher an eingebrannten Essenresten rumgekratzt und sie nie wirklich wegbekommen. Heute geht das ruckzuck mit einem feuchten Läppchen. Man kann die Töpfe und Pfannen einfach hin- und her schieben und damit ganz schnell die Hitze regulieren. Ach, er ist einfach  wunderbar. Vermutlich hat jeder außer mir bereits so ein Teilchen und ich schwärme ca. 20 Jahre zu spät (wie bei dem Flachbildfernseher neulich), aber bei mir dauert die Erkenntnis bekanntlich manchmal etwas länger.

Top Platz 5

Mein Schneidebrett von Tischkultur in Karben. Es ist wunderschön und hat seinen festen Platz auf meiner Arbeitsfläche. Naja, eigentlich IST es meine Arbeitsfläche, denn größer ist die Küche nicht. Drunter liegt eine Anti-Rutsch-Matte, damit es bombenfest steht, das funktioniert besser, als ein feuchtes Tuch. Man kann darauf auch anrichten, denn es macht sich gut auf dem Esstisch. Das Zwiebelkörbchen auf dem Foto ist übrigens auch von dort, denn neben alle praktischen Dingen, brauche ich auch schöne Sachen in der Küche.

Top Platz 4

Das Rosenthal-Geschirr aus den 50er Jahren. Mein Mann ist auch begeistert, wenn ich darin eindecke, denn er weiß dann sofort, dass ihm die Spülerei erspart bleibt. Dieses Geschirr fasst mir kein kluger Mensch an der ahnt, was ich mit ihm mache, wenn ausgerechnet die einzige Sauciere zu Bruch geht, die ich bisher nur einmal in meinem Leben gesehen und sofort gekauft habe.

Top Platz 3

Sollte man nicht glauben – aber mein Vakuumiergrät. Nicht nur das Fleisch für den Hund wird darin portionsweise verschlossen, auch an gebrochenes Stück Parmesan hält sich eingeschweißt sich viel länger. Und alles ist hübsch und ordentlich. Kommt mir jetzt bitte nicht mit Plastik und der Umwelt. Man muss auch mal praktisch denken. Und ehrlich sein dürfen.

Top Platz 2

Gute Pfannen. Ich besitze eine beschichtete Pfanne von Tefal und eine Edelstahl-Pfanne von All-Clad (die – Ihr ahnt es schon – niemand anfassen darf) und ein paar ausrangierte Teile, in denen sich jemand gerne mal ein Ei braten kann, falls ich 14 Tage verreist bin.

Top Platz 1

Die Messer. Ich habe 4. Ein WMF Brotmesser, ein Zwilling Allzweckmesser, ein großes Messer von Wüsthoff und meinen Porsche: Das Croma 301. Ein altes Ding habe ich behalten, damit der Herr des Hauses damit in der alten Pfanne rumkratzen kann, wenn er möchte – und ich weit weg bin.

Fazit Der Slogan irgendeiner Kosmetikfirma lautet: „Weil ich es mir wert bin“ und den würde ich gerne auf Küchenhelfer übertragen. Entsorgt billige Pfannen vom Kaffeeanbieter und stumpfe Messer aus dem Möbelhaus. Kauft Euch vernünftiges Equipment. Genauso wichtige wie tolle regionale Zutaten sind die Werkzeuge, um damit zu arbeiten. Es macht einfach hundert Mal mehr Spaß!

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Kochkurs im King Creole

Ich glaube kaum, dass jemand so viele Kochkurse besucht hat wie ich. Es werden so um die hundert gewesen sein. Naja, ich musste das tun, es war mein Job. Und gestern war ich doch tatsächlich freiwillig bei einem Kochkurs im King Creole… Seit fast einem Jahr hing ich Werner Berringer am Rockzipfel, er solle doch endlich mal wieder Kurse anbieten und in seiner Verzweiflung hatte ich zunächst einen eigenen, privaten, indem er mir alle Küchengeheimnisse verraten hat.

koeche

Werner Berringer, Tina Meyer, Tobias Schmitt

Aber der Reihe nach. Sieben Jahre lang habe ich beruflich Kochkurse organisiert für die Genussakademie und anfangs auch einen bösen Fehler gemacht, nämlich eine Idee zu haben und diese dem Koch vorzuschreiben. Die Köche haben sich das angehört, alles zugesagt – und doch ihren Kurs so gestaltet, wie sie es vorher auch schon geplant hatten. Diese Methode ging also gründlich schief und es hagelte Beschwerden, weil meine Beschreibungen der Kurse wenig mit dem zu tun hatten, wie sie abliefen.

Aber so unterschiedlich wie die Köche und die Kochkurse waren, so hatten sie alle ihren Charme. Da auch die Besucher der Kurse völlig unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche haben, konnte ich aus der Not schnell eine Tugend machen: Ich habe schlicht und einfach den Koch gefragt, wir sein Kurs abläuft und das dann beschrieben. Und schon konnte jeder Teilnehmer den für sich passenden Kurs finden. Manche Köche zeigen alles, man darf aber nichts anfassen und nicht mitmachen. Mein Vater beispielsweise hat sich so einen Kurs ausgesucht, er wollte selbst nicht kochen, aber unbedingt mal einen Sternekoch ganz nah sehen und ihm auf die Finger schauen. Wie im Fernsehen, nur in echt. Bei anderen Veranstaltungen bekommt jeder Teilnehmer eine Schürze, hat sein Schneidebrett vor sich und macht jeden Schritt unter Anleitung selbst.

detail

Ich persönlich mag die Mischung aus beidem. Und so war es auch im King Creole. Im hinteren Raum mit viel Platz war der von allen Seiten gut einsehbare Kochtisch aufgebaut und eine Tafel für die Gäste, an der zwischendrin immer mal gemeinsam ein Gang gegessen wurde. Es war übrigens auch der erste Kochkurs, zu dem mein Hund Tara mit war, denn er fand nicht in der Küche statt und sie konnte einfach in ihrer Ecke liegen und warten, bis ihr Amuse Buche kam.

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Wie immer und wie es in jeder Menüfolge logisch ist, wurde zunächst das Dessert vorbereitet, da es kühlen oder fest werden muss. Die karamellisierte Kokoscreme war in 5 Minuten fertig. Kochen kann so einfach sein, wenn man weiß, wie es geht… Die Rezepte waren bereits ausgedruckt mit Platz für eigene Notizen, was ich auch wunderbar finde. Geleitet hat den Kurs erstmalig Tobias Schmitt, der neue Chefkoch des King Creole, da sich Werner Berringer langsam aus dem King Creole ein wenig zurückzieht. Er stand aber in der Hauptküche für das Restaurant und schickte nebenbei jeden Gang auch nochmal in ein paar Portionen für die Kursteilnehmer, damit auch bloß keiner verhungert. Manchmal fanden wir unsere eigenen Kreationen allerdings besser! Bei den frittierten Okras in pikanter Sauce kam sie exakt gleich aussehend perfekt aus der Küche – unsere waren irgendwie krumm und schief. Aber besser. Ätsch.

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Ich mag die Gruppendynamik bei Kochkursen, sie ist immer gleich. Es gibt immer einen, der nicht mitmachen will (naja, ich zum Beispiel) und immer einen, der dem Koch erklärt, wie es geht. Wichtig ist, dass jeder seinen Spaß hat und auch alle zusammen, und das war im King Creole der Fall. Kein Zwang. Jeder kann mitmachen oder nur zuschauen, ganz, wie er möchte. Tobias Schmitt hat jede Frage beantwortet und wirklich viele Geheimnisse der kreolischen Küche verraten. Es ist viel einfacher, als man denkt. In diesem Kurs erfährt man, wie die berühmte scharfe Cocktailsauce gemacht wird und der Coleslaw. Es gab Crab Cake, gefüllte Hähnchenkeule mit Ananas-Chutney, Fischfilet und Jakobsmuschel auf Süßkartoffelpüree mit Limonen-Mandel-Pesto und man kann es wirklich ohne Probleme zu Hause nachkochen.

kurs

Wer Fan der Creolischen und Cajun Küche ist, muss zu einem der nächsten Termine!
Am 02.11. 2016 findet der nächste Kochkurs statt.

tobias

Ich geb mir ja am 28.12. 2016 auf jeden Fall auch das Rum-Tasting. Werner Berringer hat an sich schon über 30 Sorten Rum immer da und ein bis zwei pro Besuch probiere ich dann. Dass Rum so vielfältig ist, wusste ich vorher nicht und freue mich sehr auf diesen besonderen Abend.

Mein erster Kochkursbericht:
https://timefoodblog.wordpress.com/die-messer-der-meister/

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Holzkohle selbst herstellen

Heute verrate ich Euch, wie man ganz einfach zu Hause Holzkohle selbst herstellt. Es ist nicht ganz billig und kostet auch etwas Zeit – aber es lohnt sich.

500 Gramm Bio-Rindergulasch (ja, es muss Bio sein) im Bräter scharf anbraten. Mit sauteurem Rotwein ablöschen (ja, er muss sehr teuer sein). Großzügig mit Kubebenpfeffer und Flor de Sal anreichern. Wenn das eingeköchelt ist, mit Tomatenmark und Senf zu gleichen Teilen würzen und dann mit Wasser auffüllen.

Nun die Küchenuhr auf 30 Minuten einstellen. Danach erneut Wasser aufgießen.
Diesen Vorgang 4 x wiederholen.

So, nun kommt der Trick. Bei Vorgang 5 keinen Wecker stellen!

Nach ca. 60 Minuten kommt es zu einer Rauchentwicklung in der Küche, die schnell das gesamte Haus erfasst. Das merkt man dann schon. Entweder klingeln die Nachbarn oder der Rauchmelder geht los oder die Feuerwehr kommt.

Kann man 40 Minuten später wieder atmen, darf man sich die eigne, selbst hergestellte Holzkohle im Bräter stolz betrachten.

Ist nicht schwer! Nur teuer.

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Gourmetfestival 2016

Irgendwie komme ich gerade nicht dazu, Urlaub zu machen. Also musste es zumindest eine kleine Auszeit sein. Meine persönlichen Kriterien sind dabei immer ein Pool, dass der Hund mit darf und dass es gutes Essen gibt. Hier gab das Essen den Ausschlag für die Entscheidung, da ich auch das Kempinski Gourmet Festival am Sonntag besucht habe – es wurde also das Kempinski Hotel Frankfurt.

Dass Hunde hier herzlich willkommen sind und sogar zum Frühstück mitgenommen werden dürfen, weiß ich ja schon. Aber die neuen Pools hatte ich noch nicht gesehen. Der neue Innenpool ist groß und die gesamte Einrichtung dort stilvoll. Sofas als Ruhezonen und bequeme Liegen. Nicht zu protzig, trotzdem edel, irgendwie genau richtig. Und der beheizte Außenpool ist auch der Knaller, denn wie viele Jahre bin ich im wunderschönen Park immer um den See rumgelaufen und habe bedauert, dass ein Badevergnügen dort verboten ist (ist es natürlich immer noch). Nun kann man endlich auch draußen planschen.

pool

Zum Abendessen ging es dieses Mal erst kurz in die Torschänke, um Oliver Stevens zu begrüßen, und danach in den EssTisch. Die Bouillabaisse gehört zu den besten, die ich je gegessen habe. Gehaltvoll und kräftig mit schöner Edelfischeinlage. Den Feldsalat mit Apfelweindressing, Entenbrustschinken und einer guten Portion Foie Gras (ja, ich esse sie und zwar verdammt gerne) werde ich auch bald wieder genießen. Ein perfekter Heilbutt und Hummer mit Jakobsmuschel waren die beiden Hauptgerichte. Endlich mal eine Speisekarte, auf der sich nicht nur die Menüs finden, die man überall bekommt.

Das Gourmet-Festival am nächsten Tag war mit über 30 Gastro-Ständen ein wirklich wunderbares Sommer-Event. Juan Amador, Christoph Rainer, Wolfgang Otto und viele andere tolle Köche und Gastronomen präsentierten ein sehr unterschiedliches Spektrum an kleinen Leckereien.

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Hoteldirektorin Karina Ansos und ihr Küchenchef Simon Proschka haben wirklich an alles gedacht. Dezente musikalische Untermalung durch eine Liveband, Kaffee-, Tee- und Fruchsaftstände, zahlreiche Winzer, Käse der Hungener Käsescheune und wundervolles Eis – alles war vorhanden.

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Simon Proschka, SRA BUA

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Karina Ansons, Mirko Reeh

Mich hat es besonders gefreut, ein paar Köche wieder zu treffen. Mario Lohninger, Mirko Reeh, Dario Cammarata und Joachim Elflein hatten auch einen sehr schönen Nachmittag auf dem Fest.

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Mario Lohninger mit Familie

Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr!

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Das Bio-Huhn und das Messer

Mit schönster Regelmäßigkeit  kommt mein Mann nach dem Einkaufen schimpfend in die Küche: „24 Euro für ein Bio-Huhn!!!“ Und jedes Mal erkläre ich ihm milde lächelnd, dass ich daraus drei Mahlzeiten bereite und diese damit billiger sind als jede Pizza vom Dorfitaliener.

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Ebenfalls immer und immer wieder stehe ich danach fluchend in der Küche, weil das Tier mit meinen Messern nicht so einfach zu zerlegen ist. Um den Kreislauf der Jahre zu durchbrechen, habe ich mir nun ein Chroma 301 Ausbeinmesser zugelegt und schaue mal, ob das was taugt. Es sieht schon sehr geil aus und liegt viel besser in der Hand, als ich gedacht hätte.

Zunächst schneide ich die kleinen Flügelchen ab und gebe sie dem Hund. Zum Glück hat man Mann wenig Ahnung von der Anatomie des Huhns, sonst würde er sie vermissen und ich hätte die Diskussion, ob der Hund wirklich unbedingt Bio-Huhn fressen muss. (Ja, muss er).

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Danach kommen die großen Schenkel dran. Für die habe ich meine Zubereitungsmethode gefunden, die ich nicht mehr ändern werde: Auf Backpapier in den Ofen, 1,5 Stunden bei 100 Grad und dann nochmal 30 Minuten bei 220 Grad. Damit werden sie zart und saftig und bekommen diese krosse Haut, die ich so liebe. Ich würze immer erst spät mit Salz, Pfeffer und meiner Cajun-Mischung, damit die Gewürze nicht verbrennen.

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Das Auslösen der Brust, ohne dabei die kleinen Filets zu zersäbeln, wird nun zeigen, ob sich das Ausbeinmesser gelohnt hat. Immer schön am Knochen entlang gleitet das Chroma durch das Hühnerfleisch wie durch Butter! Wow. Es geht sensationell einfach. Die Profiköche lachen sich nun vermutlich kaputt, denn deren Devise ist es ja immer, sich schnellstmöglich die besten Messer zuzulegen. Tja, hätte ich mal früher auf sie gehört, hätte ich mir viel sinnlose Schnippelei erspart.

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Ich mag die Hühnerbrust auch gerne mit Haut und mit diesem Messer zerreisst sie nicht, sondern wird schlicht und einfach da durchgeschnitten, wo ich das gerne hätte. Das Leben kann so einfach sein mit dem richtigen Werkzeug. Ich brate die Hühnerbrüste immer am Stück und schneide sie erst am Ende in Streifen, wenn ich sie für ein Curry oder einen Salat benötige, da sie sonst zu trocken wird. Außerdem habe ich Huhn gerne durchgebraten und sollte man beim ersten Schnitt sehen, dass sie noch ein Minütchen braucht (hüstel), kommt sie zurück in die Pfanne.

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Aus der Karkasse koche ich parallel meine Hühnerbrühe, die ich in Eiswürfelbehältern einfriere oder in einer großen Portion als Basis für das nächste Risotto – oder es kommen Nudeln dazu und nennt sich dann Hühnersuppe.

Jetzt habe ich also einen echten Porsche in der Küche stehen (das Design ist von F.A. Porsche, der auch den 911er designte). Das Chroma soll leicht zu schleifen sein mit einem speziellen Schleifstein (natürlich), auch das werde ich probieren. Und das Messer war lange nicht so teuer, wie ich automatisch immer annahm. Sowas muss mehrere hundert Euro kosten und das ist mir zu teuer. Falsch gedacht. Das Ausbeinmesser kostet 75 Euro, ein Allzweckmesser 65 Euro. Das ist deutlich weniger, als ich mir vorgestellt hatte.

Mit dem Ausbeinmesser, das vielleicht nicht jeder von Euch so oft benötigt, kann man durchaus auch Gemüse und Fleisch ganz normal schneiden. Das wollen die Hersteller vielleicht nicht hören – aber ich benutze das Messer für so gut wie alles. Auch für Bio-Huhn mit Wachtel-Ei für den Hund.

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Fazit: Ich stehe jeden Tag in der Küche und wenn ich nicht koche, schneide ich Fleisch für Katzen und Hund. Also in die Tonne mit allen billigen Messern, die nicht mal eine Tomate schneiden können und her mit den Chroma-Messern. Sie sind es absolut wert. Und ich bin es mir wert.

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Neidharts Küche

Optisch ist sie schon sehr in die Jahre gekommen, Neidharts Küche. Die Hauswände im Innenhof sind abgeranzt, das Mobiliar innen ebenfalls. Ungebügelte gelbe Tischdecken in vielen Schichten übereinander und uralte braun-beige gestreifte Gardinen zeigen, dass hier seit vielen Jahren nicht mehr investiert wurde. Das macht zunächst ein wenig Angst, denn die Preise hier haben es für Karbener Verhältnisse schon in sich.

Der Service kommt unkonventionell leger gekleidet, ist aber sehr schnell und unglaublich herzlich. Da ich mich für das 4-Gang-Menü entscheide und mein Mann wohlweißlich nur für eine Hauptspeise, weil er von mir ja noch die Hälfte mitessen muss, bringt die Kellnerin meine Vorspeise gleich schön arrangiert auf zwei Tellern. Wow, das nenne ich mal gut zugehört und mitgedacht, das habe ich selten erlebt! Auch eine zweite Krustentier-Suppe gibt es für meinen Mann, das war keinesfalls eine Portion aufgeteilt, sondern wirklich eine eigene, die nicht auf der Rechnung stand.

Meine Garnelen mit Avocado, Mango, Salat und pikantem Dressing sind perfekt aufeinander abgestimmt und alleine schon den Besuch in Neidharts Küche wert. Aus den Köpfen der Garnelen danach eine Krustentier-Suppe zu kochen zeigt, dass hier sinnvoll und durchdacht mit Lebensmitteln umgegangen wird. Die Hauptgerichte sind heiß (!), großzügig bemessen und perfekt zubereitet. Der Fisch glasig gebraten mit krosser Haut, die Maispoularde saftig. Mit eigener Jus und knackigem frischem Gemüse abgerundet merkt man hier die Liebe und das Können, mit der selbst gekocht wird. Hier kommt nichts aus der Tüte und nichts aus dem Tiefkühlschrank, das sieht und schmeckt man sofort. Einen Dessertspezialisten gibt es in der Küche auch. Das lauwarme Schokoladenküchlein und das Kokoseis werden mir in besonderer Erinnerung bleiben.

Es wäre toll, wenn sich diese gute, frische und regionale Küche auch im Restaurantumfeld wieder finden ließe. Wenn der Mief der Jahre aus dem Ambiente mal entfernt würde. Auch die hässlichen Werbeschirme im Garten passen nicht ganz zu Hauptgerichten für 22 Euro.

Über die Speisekarte auf der Homepage musste ich schallend lachen („Rückensteak vom Bauer Winter“) und es ist sehr bedauerlich, dass sie nicht aktuell ist. Aber dafür sind Hunde in Neidharts Küche wirklich herzlich willkommen, Näpfe in jeder Größenordnung stehen bereit.

Es ist natürlich das beste Restaurant in Karben. Da gehört leider auch nicht viel dazu. Trotzdem wäre es schön, wenn man hier bald einmal frischen Wind verspüren könnte, damit man auch guten Gewissens Frankfurter Freunde hierher einladen kann. Das wäre mir aktuell fast ein wenig peinlich.

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Erdbeermarmelade

m6Support your local dealer! Man nehme Erdbeeren vom Obsthof am Steinberg sowie Wetterauer Himbeergeist und mache Marmelade (und es ist mir gerade egal, dass es eigentlich nur Konfitüre heißen darf). Und wie immer geht das super leicht.

500 Gramm Erdbeeren
250 Gramm Gelierzucker (1:2)
1 Zitrone
1 Orange
2 Vanilleschoten
eine Prise frischen Pfeffers und ein Schlückchen Himbeergeist

m1Gläser und Deckel auskochen und auf einem Küchentuch austropfen lassen.

Erdbeeren putzen, würfeln und pürieren. Gelierzucker zugeben, Saft einer Orange und einer Zitrone beimengen und nochmal pürieren. Vanilleschote auskratzen, das Mark und die Schoten in die Masse geben. Etwas frischen Pfeffer dazu und einen Schuss Himbeergeist.

m3Aufkochen, 4-5 Minuten kochen lassen, immer rühren dabei. Den Schaum abschöpfen.

m4Topf auf die Seite stellen. Gelierprobe machen. (Einen kleinen Löffel der Marmelade auf einen Teller geben, der muss nach 2-3 Minuten fest sein. Ist er es nicht – nochmal aufkochen).

In die Gläser füllen, diese verschließen und die Gläser auf den Kopf stellen. Wenn sie ausgekühlt sind, kalt und dunkel aufbewahren.

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Spargel und Scheitern

Die Spargelsaison ist eröffnet und ich muss darüber fast lachen, was ich immer noch nicht gelernt habe in all den Jahren.
 
1. Den verdammten Spargelschäler vom letzten Jahr wegwerfen und einen neuen kaufen. Ich quäle mich schon durch die dritte Portion Spargel dieses Jahr mit dem alten Ding – und das nervt.
 
2. Tina Meyer ist zu doof, eine eigene Hollandaise zu machen. Jedes Jahr versuche ich es zwei- oder dreimal. Es klappt nie. Nie. Nie. Nie. Zum Glück kennt mein Mann meine Hobbies und kauft brav Butter, Eier – und die Fertighollandaise, die wir so gerne essen… Ich bin dann zwar immer offiziell empört – und später dann doch froh. (Sollte er mich allerdings je fragen, ob er die Butter und die Eier gleich wegwerfen soll, ist er erledigt.)
 
Immerhin zwei Dinge habe ich für mich beschlossen und auch meistens durchgehalten (und falls nicht – mich wieder selbst bestätigt gesehen…):
 
1. Auf den Deutschen Spargel zu warten.
2. Keinen Spargel im Restaurant zu essen.
 
Ah, der Wecker. Ich muss in die Küüüüüche.
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Käsekuchen ohne Boden

„Backen gehört ohne Zweifel zu den schönsten und dankbarsten Aufgaben der Hausfrau.“
(Das praktische neue Kochbuch, 1953)

stück

Um das Backen habe ich mich bisher irgendwie herumgedrückt, weil man da nicht so frei Schnauze improvisieren kann, sondern alles genau abwiegen muss. Bei meiner Suche nach einem einfachen Rezept für Käsekuchen fand ich die gleiche Zutatenliste aber mal mit 3 Eiern, mal mit 6 Eiern. Auch seltsam.

Ich habe mich nun erst mal für einen Käsekuchen ohne Boden entschieden, der scheint recht simpel zu sein. Hier die Zutaten:

200 g Butter
250 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
6 Eier
1 kg Quark
50 g Speisestärke
2 TL Backpulver
50 g Rosinen
etwas Zirtonenabrieb

Die Zutaten müssen Zimmertemperatur haben, vor allem die Butter sollte schön weich sein. Zunächst eine Springform mit 26 cm Durchmesser einfetten. Ich habe zuvor noch Backpapier auf den Boden geklemmt und dann erst alles mit Butter eingerieben. Danach mit Mehl bestäubt.

Butter und Zucker schaumig rühren und die Eier einzeln dazugeben und verrühren. Dann den Quark dazugeben und am Ende die Speisestärke, das Backpulver und die Rosinen. Das war es schon.

Tipp: Die Eier zuerst in einer Schüssel aufschlagen. So geraten keine Schalenreste in den Teig.

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Die Masse in die Springform füllen und bei 170 Grad, Ober- und Unterhitze, 1 Stunde backen. Der Kuchen geht ziemlich auf beim Backen und fällt erst beim Auskühlen wieder in sich zusammen.

rand

Tipp: Zum Ende mit der Stäbchenprobe testen, ob der Kuchen gar ist: Ein Holzstäbchen in den Kuchen pieksen. Wenn Teig daran hängt beim Rausziehen, braucht er noch Zeit. Ist es sauber, ist der Kuchen fertig.

Der Kuchen muss gut ausgekühlt sein, bevor man die Springform löst und er angeschnitten werden kann. Er schmeckt kalt am besten, also sollte man sich gedulden. Es lohnt sich.

fertig

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Es begann mit einer Kaffeekanne

Als meine Oma im Jahr 2000 starb, nahm ich mir ein paar Erinnerungsstücke mit. Ihren Ehering und den meines Opas, die ich seit dem trage, ein Nähkästchen und eine wunderhübsche einzelne Kaffeekanne. Meine Mutter wunderte sich über diese Wahl, denn sie war mit diesem Porzellan aufgewachsen. Es war das Alltagsgeschirr und so ziemlich jeder hatte es. Nichts Besonderes für sie.

Mir gefiel das Dekor und die Kanne wanderte in die Vitrine, wo sie viele Jahre lang alleine stand. Irgendwann auf einem Flohmarkt sah ich dann andere Geschirrteile mit dem gleichen Muster, kaufte sie und begann, mich mit dem Thema zu befassen. Viel weiß ich immer noch nicht darüber… Vielleicht kann mich jemand weiter aufklären.

Es handelt sich um Porzellan der Firma Rosenthal, die Form 2000 und beim Design gibt es schon eine Merkwürdigkeit: Es wird unter „Bunte Blätter“ angeboten und unter „Fallende Blätter“. Ich muss unbedingt mal Rosenthal anschreiben.

Der französisch-amerikanische Industriedesigner Raymond Fernand Loewy hat (zusammen mit Richard S. Latham) die Form 2000 für Rosenthal entwickelt. Ich gehe davon aus, dass auch das Dekor von ihm ist, wobei auch schon Margret Hildebrand angegeben wurde. Das Logo der Zigarettenmarke Lucky Strike hat Loewy übrigens ebenfalls entworfen.

Unter echten Porzellansammlern ist alles nur sinnvoll, wenn es ein komplettes Service für 6 oder 12 Personen ist. Davon bin ich weit entfernt. Und selbst dann wäre es nur 300 Euro wert, was nichts ist im Vergleich zu dem Spaß, Einzelteile zu ergattern. Ich freue ich mich jedenfalls wie ein Schneekönig, wenn ich ein Teil ersteigere, das ich vorher noch nicht mal kannte.

Um mir selbst mal einen Überblick zu verschaffen und für andere Sammler, hier meine Stücke.

Kanne 20 cm und 22 cm

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Milchkanne und Zuckerdose

milchundzucker

Kaffeetassen 6 x

kaffeetassen

Teetassen 7 x

teetassen

Teebeutelablagetellerchen 19 x

teebeuteltellerchen

Eierbecher 5 x

eierbecher

Eierbecher 3 x mit festem Untersetzer

eierbechermitfestemunteresetzer

Salz und Pfeffer

salzpfeffer

Vase 23 cm 3 x 13 cm 1 x

vasen

Teller 25 cm 3 x 19 cm 7 x

teller

Unterteller 14 cm 6 x 16 cm 2 x 17 cm 4 x

teller2

Schüssel mit festem Untersetzer 2 x

schüsselmitfestemuntersetzer

Buttersauciere

buttersauciere

Sauciere 2 x

saucieren

Ragoutterrine

terrine

Zigarettendose

zigarettendose

Kerzenständer

kerzenständer

Suppentasse mit Henkel 4 x

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Etagerie

etagerie

Suppenteller 23 cm 7 x (Foto vergessen)

Schüssel 2 cm hoch, Durchmesser 13 cm

schüssel2
Schüssel 8 cm hoch, Durchmesser 23 cm
Schüssel 13 cm hoch, Durchmesser 24 cm

schüsseln

Platten 24 cm, 45 cm und rund Durchmesser 33 cm

platterund

Und hier die Gläser und Glaschüsseln

gläser

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Spareribs aus dem Ofen

Zu meinen Geburtstagsessen 2016 gibt es wie immer etwas, was ich selbst total gerne esse. Wenn es mir schmeckt, mögen es meine Gäste normalerweise auch. Ich liieeebe Spareribs. Außen knusprig, innen zart und saftig – und sie sollen vom Knochen fallen. „Fall of the bone“, um mal einen Fachbegriff einzuwerfen. Die Zubereitung ist wie immer bei meinen begrenzten Kochkünsten simpel.

Ribs

Zur Sicherheit, ich will mich ja vor meinen Freunden nicht blamieren, bestelle ich die Rippchen vorher und zwar beim Metzger meines Vertrauens: Der Ludwig.

Den kenne ich nun auch schon ein paar Jahre, früher bei der Agentur Gourmet Connection habe ich schon mit ihm gearbeitet und er ist mir über die Jahre in sehr guter Erinnerung geblieben. (Die kleinen Burger sind auch von dort…) Die Bestellung verläuft wunderbar unkompliziert und ein Anruf von Der Ludwig sichert die Terminzustellung nochmals genau zu. Das Fleisch kommt gefroren an und hält sich morgens angeliefert im Büro dank Styroporverpackung und Kühlakkus problemlos bis abends. Man kann es dann immer noch komplett tiefgefroren in die Kühltruhe packen oder auftauen lassen.

Tipp: Auftauen benötigt Zeit. Über Nacht und im Kühlschrank ist schonend und danach ist kein Unterschied zu frischem Fleisch zu bemerken. Weder im Geschmack, noch in der Konsistenz. Niemals in der Mirkowelle oder mit heißem Wasser auftauen!

Für mein Geburtstagsessen habe ich mich einmal durch das Sortiment bestellt: Spareribs von Schwein, Rind, Kalb und Lamm warten auf die Verarbeitung.

Wichtig: Die Silberhaut auf der Innenseite muss entfernt werden.

Das Entfernen der Silberhaut ist die einzige Arbeit, die man mit den Rippen hat. Das ist teilweise eine recht kniffelige Angelegenheit, mit einem scharfen Messer unter die Haut zu kommen und die dünne Haut abzuziehen, aber es lohnt sich. Im Ausflugslokal machen sich die Köche diese Arbeit meistens nicht und darum ist das Abnagen der Knochen da auch so eine zähe Angelegenheit. Wird die Silberhaut entfernt und die Rippchen dann mit viel Zeit gegart, fallen sie von Knochen. Versprochen.

Nun die Rippchen auf der Oberseite mit BBQ Sauce einpinseln. Da diese gut gewürzt ist, muss ich mein Fleisch nicht salzen oder pfeffern. Die Ribs nun eine doppelte Schicht Alufolie einwickeln und ein Schlückchen Cola dazu geben. Japp, richtig gelesen. Cola. Nun mit der gebogenen Seite nach oben für 2 Stunden bei 160 Grad Ober- und Unterhitze in den Backofen geben. (Auf der mittleren Schiene. Wer vier Schienen hat – hat ein Problem…)

Tipp: Ganz ehrlich: Ich kaufe Backpapierzuschnitte, um mein Backblech zu schonen. Immer ein Bogen aus der Packung hat die Größe eines Backblechs und man muss sich nicht mit der störrischen Rolle und dem Problem rumärgern, wo gerade die doofe Schere wieder ist.

Danach die Rippchen aus der Alufolie auspacken. Jetzt sieht man bereits, wie das Fleisch sich vom Knochen gelöst und die Cola es gedämpft hat. Nochmals auf der Oberseite mit BBQ Sauce einpinseln und für weitere 20 bis 30 Minuten bei 120 Grad Oberhitze in den Backofen schieben. Ja, natürlich wieder mit der Oberseite nach oben. Und nun lediglich aufpassen, dass es nicht verbrennt.

Trotz der würzigen Sauce sind die Fleischunterschiede geschmacklich klar erkennbar.

Also Leute: Probiert es aus!

http://www.der-ludwig.de

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Wenn man sonntags abends backen möchte…

Hasswallungen. Dass das MIR passiert. Jedem anderen hätte ich den dummen Ratschlag mit auf den Weg gegeben, wenn er auf die Idee käme, sonntags für montags morgens backen zu wollen…
 
Ja, alle Zutaten und alle Utensilien sind da.
 
Die Batterien der Küchenwaage sind leer.
Die waren noch nie leer!!? Seit ich das Gerät habe.
 
Nein, kein anderes Gerät in diesem Haushalt hat die gleichen Batterien.
Nein, ich habe keine Ersatzbatterien da (Wozu auch? Die haben ja bisher immer funktioniert!)
Nein, die Personenwaage kann keine 100 Gramm.
Nein, ich klingele jetzt nicht bei den Nachbarn.
 
Morgen zu meinem Geburtstag mit gekauften Berlinern im Büro anzutreten würde meinen Ruf versauen. Also von Hand abmessen und beten… Ich kann bei einem Brief immer sicher sagen, ob er 20 gr hat oder darüber liegt. Also hoffen wir mal für meine Kollegen, dass ich auch 100 gr von Hand abwiegen kann…
 
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Essig – Erwin Gegenbauer

Ich bin etwas vorsichtig mit Hymnen, das sieht dann immer so aus, als hätte man mir viel Geld dafür bezahlt (hat man nicht!), aber auf Erwin Gegenbauer und seine Essige muss ich einfach eine singen.

Jeder Koch und jeder interessierte Hobbykoch kennt die Essige des Wiener Brauers. Über 70 Sorten! Mancher kennt das saure Gold vielleicht auch noch gar nicht, sollte das aber schnellstens ändern. Ich verstehe die Leute nicht, die stolz neun verschiedene native Olivenöle im Regal stehen haben – und als höchstes der Essiggefühle einen weißen Balsamico aus dem Supermarkt. Gerne umgefüllt in eine Karaffe (jaja, den Trick habe ich quasi erfunden), damit man die peinliche Flasche nicht entdeckt. Die Glasflaschen von Gegenbauer hingegen schmücken jede Küche.
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Für Einsteiger und Unentschlossene gibt es einige kleine Sets, mittels derer man sich an seinen Favoriten heran tasten kann, ohne gleich 250 ml da stehen zu haben.
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Ich bin Fan der Fruchtessige, weil sie nicht an jeder Ecke zu bekommen sind und man damit endlich mal einen anderen Geschmack in sein ewig gleiches Salatdressing bekommt. Heute verwende ich Weichsel Sour Cherry. Der Feigenessig lacht mich aber auch sehr an.

 
Um einen Wermutstropfen in den Lobgesang auf Erwin Gegenbauer zu schütten: Ob der Mann sich mit sich mit der Keltenhof Salate Kooperation einen Gefallen getan hat, weiß ich nicht. „Shake’n’Dress“, in einer Plastikflasche geliefert, hat einen für mich völlig geschmackslosen Inhalt. Da kann ich schütteln, wie ich will und wirklich nur empfehlen, sich die Marinaden selbst zusammen zu stellen und vernünftig zu würzen. Öle hat Erwin Gegenbauer nämlich ebenfalls im Sortiment.

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Kempinski Hotel Gravenbruch

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Das Kempinski Hotel Gravenbruch kenne ich nun auch schon 25 Jahre. Unvergessen ist mir Hoteldirektor Elmar Greif bzw. seine Visitenkarte, auf der als Berufsbezeichnung „Ihr Gastgeber“ stand. Das war und ist bis heute ein Sinnbild dafür, wie das Haus geführt wird: sehr herzlich.

Ein wenig grinsen muss ich zwar immer über die Bemühungen, das Haus mittels Bezeichnung und Telefonvorwahl nach Frankfurt zu verlegen, was wohl für Buchungen aus dem Ausland wirklich hilfreich ist – aber die Einheimischen halt mit dem Kopf schütteln lässt. Und andere Hoteldirektoren vermutlich die Pest ärgert.

Seit Hunde im Kempinski wirklich willkommen sind und nicht nur zähneknirschend geduldet werden, bin ich dort nun auch wieder öfter. Gestern beispielsweise war ich im Sra Bua by Juan Amador zum Essen und da Blitzeis angekündigt war und ich den Weinempfehlungen von Sommeliere Serkan Müller selten widerstehen kann, hatte ich mein gepacktes 50er Jahre Köfferchen dabei. Im Zimmer, farblich passend zu meinem Gepäck gehalten, fand ich ein eigenes Körbchen für Tara vor, einen Wassernapf und Hundekekse sowie Macarons für mich. So lässt man sich das gefallen.

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Erst ging es mal ins Zimmer 100, die Raucherlounge, mit einem Glas Champagner den Abend einläuten. Schön, wenn man nicht mehr fahren muss. Und Champagner ist eins meiner Lieblingsthemen, über das ich auch bald mehr berichten kann. Im Sra Bua kam dann auch gleich Wasser für den Hund und ich habe ein neues Lieblingsgericht: Simon Proschkas Jakobsmuschel. Für den aktuellen Gruß aus der Küche „One night in Bangkok“ alleine würde ich immer wieder hinfahren („Lassen Sie das Essen weg, bitte nur den Gruß aus der Küche in vier sehr großen Portionen“) und das Dessert Onde Onde (Pandan | Kokos | Mango) ist auch ein echter Knaller. Details dazu folgend in einem anderen Bericht, hier und heute geht es mir um das Hotelerlebnis.

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Zurück auf dem Zimmer verbrachte ich einige Zeit damit, das Lichtbedienungskonzept zu verstehen, ich bin halt auch schon älter, bekam aber immerhin den Riesenflat-TV in Gang. Nachdem man mir als bekennendem Toskanaweintrinker im Restaurant bereits einen Bordeaux untergejubelt hatte, den ich erstaunlicher Weise mochte, fand ich als kleines Geschenk der aktuellen Gastgeberin Karina Ansons ausgerechnet einen deutschen Rotwein vor. Das werde ich ihr bei passender Gelegenheit heimzahlen.

Nach einem wunderbaren Abend und einer ruhigen Nacht bis zum Einsatz der Feuerwehr um 6 Uhr (das kann man dem Hotel aber beim besten Willen nicht vorwerfen) folgte dann ein wirklich herrliches Frühstück. Traf man in dem altehrwürdigen Gebäude, das in den vergangenen Jahren sehr aufwändig und sehr lange renoviert wurde, früher Michail Gorbatschow beim Abendessen, so bruncht man heute neben Fußballgott Alex Meier. Schön, wie das Haus mit der Zeit gegangen ist. Meine kurzen Bedenken, ob die Hundefreundlichkeit denn auch bis zum Frühstück hält, waren schnell verflogen. Auch hier war wieder die Herzlichkeit des Personals überwältigend und herausragend. Ich war wirklich in vielen großen Hotels, aber so glaubhaft interessiert und freundlich wie hier wurde ich selten behandelt.

Das Frühstücksbuffet ist sensationell. Mit Live-Cooking-Station und allen Zutaten, die man sich nur wünschen kann. Als kleinen Flucht aus dem Alltag am Wochenende absolut zu empfehlen, da kann kein Frankfurter Szene-Café mithalten.

Wo waren denn nun die Haare in der Suppe, die Kritikpunkte, die jemand wie ich immer findet (weil er gezielt danach sucht…)? Tja, zwei Kleinigkeiten gab es wirklich. Zum einen wird das Schwimmbad gerade renoviert und ist geschlossen. Da es andeutungsweise auf der Homepage steht, muss man da durch als Gast. Und ich freue mich auf die Neueröffnung. Zum anderen gibt es kein Ladekabel für ein iPhone an der Rezeption. Natürlich keins für so ein altes Gerät wie mein 4er (ja, sowas gibt es noch) – aber es hätte auch keins für das Modell 5 oder 6 gegeben. Und das wundert mich in so einen Top-Haus wirklich. Ich nehme an, ab morgen gibt es eins… Am 27. Januar bin ich wieder dort zum Bollinger Champagner Abend – ich werde nachfragen.

Mein Auto wurde vorgefahren und komplett vom Eis befreit. Und das haben die früher auch mit meiner verbeulten Schrottkarre gemacht, Gast ist Gast. Ob Maserati oder Seat. Ein so perfekter Service zeigt natürlich, worin sich die Grande Dame Kempinski Gravenbruch nach wie vor von allen Häusern unterscheidet: Es ist die Herzlichkeit des Personals. Keine Arroganz, keine Unterwürfigkeit. Einfach echte Freundlichkeit.

In dem in neuem Glanz erstrahlten und heute hochmodernen Kempinski finden demnächst einige kulinarische Highlights statt: Beispielsweise das Bollinger Champagner-Menü am 27.1. und der Weinabend St. Anthony am 18.2., beide mit 5-Gang-Menü im Sra Bua by Juan Amador. Ja, da werde ich deutschen Wein trinken – und ich freue mich darauf!

 

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Outtake

outtake

Jetzt weiß ich auch wieder, warum ich weder Fotograf noch Koch geworden bin. Nein, natürlich kommen noch nicht mal in mein Gulasch Pistazien… Zum Glück ist mir noch aufgefallen, dass ich gerade zwei Gerichte gleichzeitig koche und nicht alle Zutaten auf ein Bild gehören. Das kommt davon, wenn man billigen Rotwein trinkt.

Ich mache mir jetzt mal einen guten Rotwein auf und widme mich dann nur der Dorade. Das Gulasch ist aufm Herd. Die Rezepte stelle ich später auf dem Foodblog ein, der ist für Anfänger eigentlich immer ganz hilfreich, denn ich bin wahrlich kein Held am Herd. Und wenn ich das kann, kann es jeder!

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Dorade

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Zum Jahresausklang hat sich mein Bester mal etwas gewünscht, was ich noch nie vorher zubereitet habe. Mutig von ihm. Also habe ich ihm Doraden auf den Einkaufszettel geschrieben und angefangen, Kochbücher zu wälzen.

Dann kam der Anruf aus dem Supermarkt: „Die haben Doraden, aber die sind mariniert.“ Ich: „In was?“ Er: „In Marinade.“ Seufz. (Zum Glück bekam er noch frische ohne Marinade.)

Aber nun zur Zubereitung :

Sesam und Pistazien in der Pfanne ohne Öl leicht anrösten und zur Seite stellen. Safran in 150 ml heißem Wasser auflösen.

Die Fischköpfe und Flossen abschneiden und den Fisch bis auf die Gräte kreuzweise einritzen. Mit Pfeffer, Salz und Olivenöl würzen. Zitronenscheiben in die Bauchhöhle legen. Drei Minuten von jeder Seite in ein wenig Olivenöl anbraten. Danach etwas Thymian zugeben und mit dem Safranwasser ablöschen.

Nun Backpapier zusammenknüllen, befeuchten und den Fisch damit abdecken. So dämpft er noch ein paar Minuten. Wenn sich das Fleisch leicht von der Gräte löst, ist er fertig. Aus der Pfanne nehmen, mit dem Safransud übergießen, mit Sesam und Pistazien bestreuen und servieren.

So einfach ist das und schmeckt doch so genial. Ich habe Süßkartoffeln dazu gemacht (einfach mit Schale in dicke Scheiben geschnitten und 20 Minuten gekocht) und einen Dip aus Joghurt mit etwas süß-saurer Sauce.

Happy new year.

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Supermarktwein?

Ich gebe es ja zu: Zu Hause als Spaghetti-Wein tut es für mich oft auch mal ein Gallo aus dem Supermarkt. Kommt Besuch, wird der schnell in eine hübsche Karaffe geschüttet und die verräterische Bottle versteckt. Tut dem Wein übrigens ganz gut. (Das Dekantieren, nicht das Verstecken der Flasche). Und auch der hoch geschätzte und stets kritische Freundeskreis hat diesen einfachen Wein mehr als einmal gelobt, weil die Erwartungshaltung von einem teuren Stöffchen ausging. Das funktioniert natürlich nur so lange, bis man einen anderen Wein dagegen trinkt.

gallo

Aber das ist nicht nur meine dunkle Seite, auch andere Leute haben sie…

Da saß ich dann also an einem wunderschönen Spätsommerabend mit meiner Freundin am Pool, die Hunde verwüsteten ihren Garten, auf dem Grill brutzelte das Krustentier, als die Gastgeberin aufstand und sagte: „Ich mach uns mal nen Gallo auf.“ Da fiel mir alles aus dem Gesicht. Wie? Erst Wagyu-Burger, danach Hummer und dazu ein einfacher Supermarktwein?!

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Hätte ich die Flasche nicht gesehen, hätte ich es nicht geglaubt. Ich ergehe mich jetzt nicht in blumigen Weinbeschreibungen und irgendwelchem „blahblah im Abgang“, sondern kann nur wieder geben, was mir in zahlreichen Weinseminaren beigebracht wurde. Bei Wein gibt es nur zwei Kriterien: Schmeckt oder schmeckt nicht. Und der Gallo Family Vineyards Shiraz, der auch nur 4,99 Euro kostet, hat mir tatsächlich geschmeckt.

Natürlich springt mir nun die halbe Weinwelt in’s Gesicht, wie man nur so einen Verschnitt kaufen und trinken kann. Und hat der überhaupt Parker-Punkte? Nein, natürlich nicht. Aber man darf auch einfach nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Jeder große Winzer ist heute mehr Wissenschaftler und Lebensmitteltechniker als Bauer und kein Mensch packt seinen Rebsaft mehr in ein Fass und wartet 5 Jahre, was daraus nun Schönes wird. Überall wird gemixt und peinlich genau mit hoher Technisierung auf ein bestimmtes Geschmacksziel hingearbeitet. Und wer doch was mit Punkten aus dem Hause probieren will, dem sei der Carnivor Cabernet empfohlen. Auch nur 10 Euro und der kann wirklich was.

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Fazit: Für das Segment und aus dem Supermarkt bleibe ich dabei: Lieber einen ehrlichen einfachen Gallo, als die komische pappsüße oder schrecklich sauere Plörre, die man sonst zu dem Preis bekommen kann.

In diesem Sinne: Ein frohes 2016!

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Pilze

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Ich habe ja eine Menge Freunde, die im Spätsommer und Herbst mit dem Körbchen in den Wald ziehen und Pilze suchen – selbst aber ziemlichen Respekt davor. Meine Oma wollte mir das Pilze sammeln auch immer nahe bringen, aber die Abbildung in ihrem Pilzbuch haben mich verunsichert. Irgendwie sehen sich die giftigen und die essbaren doch zu ähnlich aus für mich…

Da ich Pilze aber sehr gerne esse, kam mir das Pilz-Aufzuchtset für Blondinen aus der Großstadt gerade recht: Einfach nun die Packung aufritzen, jeden Tag 1 x einsprühen (Zerstäuber liegt bei) und nach 10 Tagen hätte man angeblich eigene Graue Austernseitlinge. Im Video sieht das beeindruckend aus: https://pretapousser.de

Also her mit dem Paket, fachgerecht aufgeschnitten (Zeichnung liegt bei für Dummies wie mich) und auf die Fensterbank in der Küche stellt. Tagelang sah es nicht hübsch aus und Micha drohte mir bereits, das Ding persönlich zu entsorgen, wenn er auch nur eine Fruchtfliege entdecken würde, aber nach 5 Tagen erwarteten mich morgens die ersten Köpfchen.

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Begeistert sprühte ich weiter und siehe da: Nach 10 Tagen konnte ich wirklich und wahrhaftig ernten. Meine eigenen Pilze. Unfassbar. Und lecker sind sie auch noch.

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Fazit: Es klappt wirklich und ist total einfach. Jetzt nicht unbedingt ein preiswertes Vergnügen, aber es werden auch zwei Ernten versprochen. Die zweite ist in Arbeit…

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Gewürz-Salze

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Aus der Reihe „Geschenkideen aus der Küche“ zeige ich heute, wie leicht man Gewürz-Salze selbst herstellen kann. Ich gehe bei den Rezepten immer von 50 Gramm sehr gutem Salz (Fleur de Sal oder Meersalz) aus, denn bei den Zutaten sollte man nie sparen. Nur gute Ausgangsprodukte gewährleisten ein tolles Endprodukt.
Ich verwende nur eigene Kräuter und Rosenblätter, da kann ich sicher sein, dass sie nicht gespritzt sind. Ansonsten kaufe ich Bio-Zutaten.
Als Geschenkbox habe ich kleine Gewürzdosen aus Alu mit doppeltem Deckel gewählt, die später weiter verwendet werden können und in denen die Gewürze vor Licht geschützt sind.
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KRÄUTER-SALZ
Rosmarin | Thymian | Salbei | Knoblauch
für Fleisch und Kartoffeln
Die Gartenkräuter von den Stengeln befreien und sehr fein hacken. Knoblauch schälen und mit dem Messer kleinschneiden (nicht durch die Presse jagen, das gibt nur Matsch). Mit dem Salz vermengen und auf einem Blech mit Backpapier im Ofen (Mitte, 100 Grad, Umluft, 1 Stunde) trocken. Luftdicht verpacken.
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ZITRUS-INWGER-SALZ
Orange | Limette | Ingwer | Vanille
für Fisch und Meeresfrüchte
Eine Bio-Orange und eine Bio-Limette heiß abwaschen. Die Schalen abreiben (dabei nicht auf die weiße Innenhaut kommen, diese schmeckt bitter). Ca. 2 cm Ingwer schälen und ebenfalls fein abreiben. ½ Vanilleschote aufschneiden und das Mark auskratzen. Mit dem Salz vermengen und auf einem Blech mit Backpapier im Ofen (Mitte, 100 Grad, Umluft, 1 Stunde) trocken. Luftdicht verpacken.
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HIMBEER-ROSEN-SALZ
Himbeeren | Rosenblätter
für Lamm und Ente
50 Gramm Himbeeren durch ein feines Sieb streichen, das Fruchtpüree auffangen. Mit dem Salz vermengen und auf einem Blech mit Backpapier im Ofen (Mitte, 100 Grad, Umluft, 1 Stunde) trocken. Zwischendurch mehrmals durchrühren die großen Brocken mit den Fingern klein zerteilen. Abkühlen lassen und erst jetzt 1 TL Rosenblätter fein dazu bröseln.
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Bei der Beschriftung der Dosen kam meine alte Dymo-Retro-Beschriftungsmaschine zum Einsatz und den Inhalt sowie die Haltbarkeit zeigt ein zusätzlicher Anhänger. Gewürzsalze sind zwar eigentlich ewig haltbar, nur lässt der Geschmack irgendwann nach, darum deklariere ich „best besfore“ mit 6 Monaten nach der Herstellung.
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Wachtelei-Eierlikör

likör4-k24 Wachteleier (Eigelb und Eiweiß)
250 Gramm Puderzucker
1 Vanilleschote
250 ml Sahne
200 ml Korn
50 ml Cognac

Das war’s. Einfach alles mixen. Ich mache einen Hauch Cayennepfeffer oder Chilli dran…

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Erdbeermarmelade

m6Support your local dealer! Man nehme Okärber Erdbeeren und Wetterauer Himbeergeist und mache Marmelade (und es ist mir gerade egal, dass es eigentlich nur Konfitüre heißen darf). Und wie immer geht das super leicht.

500 Gramm Erdbeeren
250 Gramm Gelierzucker (1:2)
1 Zitrone
1 Orange
2 Vanilleschoten
eine Prise frischen Pfeffers und ein Schlückchen Himbeergeist

m1Gläser und Deckel auskochen und auf einem Küchentuch austropfen lassen.

Erdbeeren putzen, würfeln und pürieren. Gelierzucker zugeben, Saft einer Orange und einer Zitrone beimengen und nochmal pürieren. Vanilleschote auskratzen, das Mark und die Schoten in die Masse geben. Etwas frischen Pfeffer dazu und einen Schuss Himbeergeist.

m3Aufkochen, 4-5 Minuten kochen lassen, immer rühren dabei. Den Schaum abschöpfen.

m4Topf auf die Seite stellen. Gelierprobe machen. (Einen kleinen Löffel der Marmelade auf einen Teller geben, der muss nach 2-3 Minuten fest sein. Ist er es nicht – nochmal aufkochen).

In die Gläser füllen, diese verschließen und die Gläser auf den Kopf stellen. Wenn sie ausgekühlt sind, kalt und dunkel aufbewahren.

m5

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Muffins

m2Mein neuer Herd ist da und damit habe ich endlich wieder einen Ofen. Also steht einer neuen Muffin-Phase nichts im Weg. Ich liebe diese köstlichen kleinen Kuchen!

Grundrezept für 6 Stück:

100 g Mehl
100 g Butter (oder Öl)
4-5 Wachteleier oder 1 Ei
100 ml Milch
1 Prise Salz
1 Prise Zucker
1 Teelöffel Backpulver
½ Teelöffel Natron

Einfach alles zusammen in eine Schüssel und mit dem Löffel verrühren, dazu muss man nicht mal das Handrührgerät schmutzig machen. Ob man erst die nassen und dann die trocken Zutaten mischt oder umgekehrt, macht nach meiner Erfahrung überhaupt keinen Unterschied.

Den Backofen immer gut vorheizen. Die Förmchen nicht zu voll füllen. Ich backe sie 20 Minuten bei 175 Grad.

schoko1Tipp: Investiert in eine Silikon-Backform. Damit ist ein schnelles und sauberes Arbeiten problemlos möglich. Die Förmchen müssen nicht gefettet werden und die Muffins lösen sich ganz einfach daraus. Kurz abkühlen lassen und die Form stürzen. Dann noch in ein hübsches Backförmchen drum rum, fertig.

schoko2Tipp: Sollte mal kein Backpulver im Haus sein, kann man nur Natron verwenden (dann sollte etwas Essig dazu, Säure als Ausgleich) oder Eischnee oder einen Schuss Rum.

Nun gibt es unzählige Varianten in süß oder herzhaft. Zur süßen Variante kommen nun 75 gr Zucker dazu und dann eben Obst oder Kakao. Bei Schokoladen-Muffins stecke ich zwei Erfrischungsstäbchen in die Mitte, schmeckt genial.

Für Himbeer-Muffins beispielsweise einfach die Milch des Grundrezepts durch Himbeerjoghurt ersetzen und natürlich ein paar frische Himbeeren in den Teig geben.

Probiert auch mal: Garnele + Birne + Parmesan, Gouda + Tomate + Salami, Rum-Rosinen + Orangenschale, Kirschen + Mandeln, Ananas + Kokosflocken + Rum, Walnusskerne + Birne, Preiselbeere + Zimt + Haselnuss – unendliche viele Möglichkeiten…

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Kleine Vorspeisen

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Zum Geburtstag habe ich mir selbst endlich mal ein paar Löffel geschenkt, die gehören in jeden guten Haushalt. Ein ganzes Gericht kann ich persönlich da nicht drauf packen (wer The Taste gesehen hat weiß, was ich meine…), aber hier die Kleinigkeiten meiner heutigen Party. Ich halte es wie immer einfach.

Forelle

Toastscheibe ausstechen, mit einer Mischung aus Quark und Merrettich bestreichen, mit Karottenschnitzeln und Dill belegen, Räucherforelle darauf.

fisch

Garnele | Birne | Parmesan

Birnenscheiben in Butter schwenken, Garnele in Öl anbraten, mit Parmesanschnitzeln anrichten.

garnelebirne

Lachs

Bio-Lachs mit Feigensenf.

 

lachsGrüne Sauce

Zur Herstellung von Grüner Sauce verweise ich auf das Buch meiner Freundin Ingrid Schick. Gehört auch in jeden guten Haushalt. (Das Buch, nicht Ingrid. Wobei, die vielleicht auch).

Da gerade nicht wirklich Saison ist, habe ich eine gekauft und da meine Wachteln im Winter nicht legen, muss ein schnödes Hühnerei herhalten.

grünesauceCaprese

Gehört einfach immer dazu.

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Garnelensalat

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Ein guter Wein dazu:

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Rinderbrühe

rinderbrühe

Rinderbrühe koche ich als Suppe und friere den Rest in Eiswürfelfächern ein, um schnell eine Sauce zaubern oder einen Bratenfond auffrischen zu können.

Zutaten
Rindfleisch (600 gr auf 3 Liter Wasser)
Markknochen
Zwiebeln (mit Schale, Schnittflächen anrösten in einer Pfanne ohne Öl)
Suppengrün (Möhren, Lauch, Sellerie)
Kräuter (Petersilie, Thymian, Rosmarin)
Gewürze (2 Lobeerblätter, Wacholderbeeren, Pefferkörner)

Tipp
Kein Salz verwenden, denn wenn man die Brühe später nochmal reduzieren möchte, ist sie dann versalzen.

Fleisch
Rindfleisch aus der hohen Rippe, wird auch als „Suppenfleisch“ verkauft. Wenn es das nicht gibt, geht jedes andere Rindfleisch, das ist nur meistens teurer. Ich habe heute auch nur Gulasch bekommen, macht gar nix.

fleischDas Fleisch wird zusammen mit den Markknochen in einem Topf mit kaltem (!) Wasser angesetzt. Es sollte so eine Stunde kochen. In dieser Zeit tritt das Eiweiß aus dem Fleisch aus und bildet eine Schaumkrone, die man mit der Schöpfkelle immer wieder abnehmen muss.

Aus diesem Grund kocht man auch zunächst nur das Fleisch, denn das Gemüse würde auch oben schwimmen und das Abschöpfen erschweren. Bildet sich kein Schaum mehr, kommen die restlichen Zutaten dazu.

gemüseAls Gemüse verwende ich normales Suppengrün: Möhren, Sellerie und Lauch. Eine große Zwiebel auf den Schnittfläche anrösten und mit Schale dazu gegeben, sorgt für den rauchigen Geschmack.

kräuterPetersilie gehört unbedingt in die Brühe, andere Gartenkräuter können natürlich auch dazu. Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Pfefferkörner unterstützen den Fleischgeschmack. Manche geben Nelken dazu – ich mag den Geschmack aber nicht.

Nun nochmals mindetens 1,5 Stunden köcheln lassen, danach durch ein Sieb geben (das Gemüse dabei ein wenig ausdrücken) und abschließend durch ein Tuch abseien – fertig.

Das Fleisch kann man als Einlagen kleinschneiden oder (da ungesalzen) dem Hund geben). Ach – salzen sollte man den Suppenteil jetzt doch noch….

 

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Geschenkideen aus der Küche

Viele Geschenke aus der Küche sind so einfach herzustellen, dass man eigentlich gar nicht beschreiben sollte, wie schnell das wirklich geht…

Die Zutaten hat man ohnehin meistens da (wobei ich gestern in drei Supermärkten war, bis ich endlich Basilikum bekommen habe!!) und schöne Gläser und Flaschen gibt es heutzutage auch überall.

p2Grünes Pesto

Für ein simples Pesto röstet man Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett kurz an und lässt sie abkühlen, sonst wird das Basilikum braun.

Gutes Olivenöl wird mit wenig Koblauch (schälen und in Scheiben schneiden) und Basilikum kurz püriert. Dann kommen etwas Salz, die Pinienkerne und frisch geriebener Parmesan dazu. Nochmals pürieren – und schon ist alles fertig.

Ich gebe auch immer etwas Petersilie dazu, dann wird das Ergebnis leuchtend grün.

pesto1Die Gläser zuvor sterilisieren (in Wasser auskochen). Hübsch beschriften und verschenken. Naja, oder selbst verwenden.

Ich mag selbst hergestellte Dinge, weil ich die Zutaten kenne. Ein wirklich gutes Olivenöl und frisch geriebener Parmesan wird sicher in kaum einem gekauften Pesto enthalten sein – und diesen Unterschied schmeckt man!

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50er Jahre Party

Da ich einige Möbel aus den 50er Jahren habe, kam mir die Idee, die nächste Party unter dieses Motto zu stellen. Also habe ich das Fräulein Barbara und das Fräulein Marlene mit ihren Begleitern eingeladen, Tischkarten gebastelt, mein Rosenthal Service 2000 bunte Blätter geputzt, Bowle angesetzt und ein typisches Buffet gezaubert. Für den ersten Hunger müssen natürlich Salzstangen bereit stehen.

 

tisch

Ananas-Bowle

Dosen-Ananas in Wodka einlegen und 1-2 Tage ziehen lassen. Mit 1 L Weißwein und 1 L Sekt aufgießen. Die Früchte werden mit einem Party-Piekser aus dem Glas geangelt.

piekser

Käse-Igel

Aus eine halben Melone Kugeln austechen. Die Melone in Alufolie verpacken. Käsewürfel mit Weintrauben, Doenmandarinen, den Melonenkugeln oder Cocktailkirschen aufstecken (Tipp: Die Löcher mit einem Metalspieß vorbohren).

1Gurken-Schiffchen

Große Gewürzgurken halbieren, aushöhlen und mit Fleischsalat füllen. Eine halbe Scheibe Jagdwurst als Segel aufstecken.

Gefüllte Tomaten

Aushölen und mit Fleischsalt oder Geflügelsalat füllen.

Schinkenröllchen

Schinken mit Mayonaise bestreichen und Dosenspargel darin einrollen.

4

Fischplatte

Geräucherte Forelle oder Makrele auf Pumprnickel mit Merrettich, Lachsersatz mit Remoulade, Heringsröllchen.

2Gefüllte Eier

Eier hart kochen, halbieren, das Eigelb mit Senf und Mayonaise vermengen, pfeffern und salzen und mit einer Spritztüte in die Eihälfen füllen. Als Dekoration unbedingt Dill und falschen Kaviar.

eier2Immer alles hübsch auf Platten legen.

5Canapés

6Wurst, Käse – und immer an die Verzierung denken.

7

Krabbencocktail

Im Stil der 50er auch sehr einfach zubereitet: Krebsschwänze und Krabben mit Libbys gemischtem Dosenobst und fertiger Cocktailsaue mischen.

Zum Nachtisch gab es Schokoladenpudding mit selbstgemachtem Eierlikör (das Rezept ist hier: http://wachteltara.wordpress.com/rezepte) – wobei gestern der Herr Thomas einen mitbrachte (was sehr willkommen war, ich hatte nämlich keine Zeit mehr, einen anzusetzen…)

Wunderschön auch das andere Gastgeschenk:

lämpchenEin wunderschöner Abend, den man mit seinen Gästen zusammen verbringen kann, weil alles vorbereitet ist. Eventuell muss man ein paar Schnittchen nachschmieren, aber das geht ja schnell. Wenn man gut vorbereitet Einkaufen geht, dauert die Zubereitung gerade mal zwei Stunden.

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Hell’s Kitchen

Dass Z-Promis alles tun, um im Fernsehen stattzufinden, erleben wir ja immer wieder. Sie lassen sich öffentlich 14 Tage quälen, um danach mit dem Jahresgehalt einer Verkäuferin nach Hause zu gehen und auf neue Jobangebote zu warten. Auf Burgen oder Almen, im Dschungel oder in der Wüste werden sie gedemütigt und versuchen verkrampft, dabei auch noch intelligent und gut aussehend zu erscheinen.

Kulisse und Inhalt der Spiele sind austauschbar: Nun muss also das Essen daran glauben. Willkommen in Hell’s Kitchen.

Wie realistisch ist es, 11 Dumpfbacken, die eben noch nicht mal eine Frikadelle backen konnten, 60 Portionen eines Gangs „auf Sterneniveau“ schicken zu lassen? Sternekoch Frank Rosin ist völlig überraschend schwer enttäuscht und schließt sein Restaurant für den Abend. Schade übrigens, dass er sich für so einen mies inszenierten Unfug hergibt – aber auch der will ins Fernsehen.

Was hat man uns sonst noch zusammen gecastet? Niels Ruf ist ein Arschloch, Thorsten Legat völlig irre und die Veganerin wundert sich, dass in einer Küche auch Fleisch verwendet wird. Die böse Rapperin, bekannt aus der Lindenstraße (??), mutiert zum kleinen Mädchen. Ein grenzdebiles Ehepaar, berühmt durch Stefan Raab, hat sich gegenseitig verdient. Und warum Frau Ex-Curtis so langweilig ist im Leben, dass sie uns nun öffentlich belästigen muss, weiß auch niemand. Einzig sympatisch ist mir der Schunkelsänger Mickie Krause. Oje, habe ich das jetzt wirklich geschrieben?

Trotzdem geht das Konzept auf, denn ich freue mich jetzt schon auf nächsten Mittwoch und möchte zusehen, wie ein hässlicher unbekannter Schauspieler, ein bildhübscher Beach-Volleyballer mit Minderwertigkeitskomplexen und eine knapp volljährige Finalistin von Germany’s next Topmodel einfach mal ihren Hintern bewegen müssen. Bis denne!

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Mehr über Wachteln…

findet Ihr auf http://wachteltara.wordpress.com

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Tomaten

Fluch und Segen des eigenen Gartens

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Zwei Wochen vergehen schell und heute war mein letzter Tag bei Kamerunschafen, Hühnern, Gänsen, Puten und dem Gemüsegarten. Also schnell nochmal frische Eier eingesammelt, Gurken, Tomaten und Zucchini gepflückt. Aus dem eigenen Garten und dem der Eltern kamen noch Tomaten und Gurken dazu und damit sind wir beim Thema: Wohin mit der reichen Ernte?

Während einer kurzen Zeit wird alles gleichzeitig reif und man kann aus dem Vollen schöpfen, muss sich aber auch Gedanken um die sinnvolle Weiterverarbeitung machen. Schließlich will man auch in kargen Gartenzeiten auf Vorräte zurückgreifen können. Beginnen wir heute mit den Tomaten.

Tomatensuppe

Als erstes steht eine Tomatensuppe auf dem Programm. Die habe ich früher nur selten aus echten Tomaten gemacht, weil die aus dem Supermarkt oft „net nach ihm und net nach ihr“ schmecken. Eigenes Gemüse, reif geerntet, darf sich aber heute in der Suppe entfalten. Dazu zunächst Zwiebeln und Karotten in Öl glasig dünsten, Tomatenstücke und etwas selbstgemachte Brühe hinzugeben und mit Pfeffer, Salz und etwas Zucker würzen. Das Ganze lasse ich mit Thymianzweigen zusammen einköcheln, entnehme die Kräuter später wieder und püriere alles durch. Suppen durch ein Sieb zu streichen, ist mir persönlich immer zu viel Aufwand… Dann kommt noch etwas Basilikum dazu, ein wenig Butter und ein Kleks Sahne, das war’s schon.

Mein Pfirsichbaum trägt tatsächlich auch dieses Jahr wieder ein paar wenige Früchte und die kommen einem Chutney gut zur Geltung. Hier bilden sie einen schönen Kontrast zur Tomate. Damit das Ganze nicht zu süß wird, halte ich mit Chili und Pfeffer dagegen. Es ist einfach gemacht: Alles würfeln und wie eine Marmelade lange auf kleiner Flamme köcheln lassen, einige Stücke erst zum Schluss hereingeben, damit es keine zu einheitliche Masse wird.

Huch, meine ersten „Rezepte“. Naja, ist ja ein Foodblog und wenn ich mal wirkliche Tipps und Tricks habe, schreibe ich vielleicht ein richtig ordentliches Rezept.

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Tomaten sind tolle Anfängerpflanzen und auch auf kleinem Raum zu züchten. Meiner Erfahrung nach ist es sogar besser, sie in Töpfe statt in den Boden zu pflanzen, da sie öfters von Braunfäule befallen werden. Im Garten hat man diese Krankheit dann sofort auf allen Tomaten, hat man sie hingegen in Töpfen, kann man die anderen einfach abrücken und so retten. Außerdem mögen die Pflanzen kein Wasser von oben und wenn man sich den Garten nicht durch ein grünes Plastiktomatenhaus zu verschandeln möchte, sind schicke Tontöpfe eindeutig die bessere Wahl. Die kann man schnell mal irgendwo unterstellen.

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In meinem ersten Gartenjahr habe ich die Pflänzchen noch selbst gezogen, mehrfach pikiert und umgesetzt. Es ist zwar ein tolles Gefühl, wenn so etwas gelingt, aber man blockiert sich wochenlang das Fensterbrett. Also kaufe ich heute einfach kleine Setzlinge im Gartencenter 😉

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Wachteleier als Heilmittel

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Wachteleier als Heilmittel

Da renne ich von Arzt zu Arzt und habe doch das beste Hausmittel im eigenen Garten: Wachteleier.

Wachteleier verfügen über einen wesentlich höheren Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen als Hühnereier, sie sind reich an essentiellen Aminosäuren (Methionin, Lysin, Phenolalanin u. a.). Wachteleier enthalten die Vitamine A, B 1, B 2, Biotin, Folsäure und Enzyme. Der Brennwert je 100g Wachtelei beträgt 158 kcal. Wachteleier sind ein vollwertiges Diätnahrungsmittel und speziell für Kinder und Genesende geeignet. Außerdem sind sie fast cholesterinfrei.

Wachtelei-Kuren (täglich 3 rohe Wachteleier mit kaltem Orangensaft verquirlen und trinken, 14 Tage lang, dann 14 Tage Pause, dann erneut) versprechen echte Linderung bei Asthma und Allergien. Wachteleier wirken gegen Migräne und sollen auch bei Verdauungsproblemen helfen. Vitalität und Potenz erhöhen sie übrigens auch.

In meinem Wachtelforum gibt es bereits zahlreiche positive Erfahrungsberichte (nein, von der Potenz schrieb da kein User) und ich bin sehr gespannt, ob ich eine Veränderung bemerke. Insgesamt ist von 240 Eiern die Rede, die man insgesamt dann zu sich nehmen soll. Bei 3 am Tag – 80 Tage. Mit Pausen also gute 3 Monate. Seufz. Aber bis zum Winter legen die Mädelz ja brav ihre 8 Eier am Tag.

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Kamerunschafe

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Kamerunschafe

Wenn ich in meinen Feldgarten fahre, komme ich am Zaun des Karbener Schlosses vorbei, in dessen Park eine der Herden Kamerunschafe lebt, die ich aktuell wieder hüte. Oft stehen dort Familien und werfen vergammeltes Zeug über den Zaun. Manchmal halte ich an und frage, was sie da tun. „Wir füttern die Ziegen!“ist meistens die Antwort. Auf mein: „Das sind Kamerunschafe.“ Folgt stets – leicht erbost – „Nein, das sind Ziegen.“ (Mich überkommt dann immer die Lust, ihren Kindern ein verschimmeltes Bonbon anzubieten, aber ich fahre weiter.)

Was sind das für Leute, die eine Ziege nicht von einem Schaf unterscheiden können, sich aber anmaßen, fremden Tieren mieses Futter hinzuwerfen? Küchenabfälle, angemoddertes Obst und Gemüse sowie weiches Brot? Warum kapieren diese Menschen nicht, dass Tiere an sowas eingehen können? Ich bin nur froh, dass meine Pferdekoppel innerhalb des Stallgeländes liegt und es Skol erspart bleibt, von freundlichen Fußgängern versehentlich vergiftet zu werden. Pferde werden ja auch gerne mit Kuchen, weichem Brot und ähnlichem Unfug bedacht.

Zurück zu den Kamerunschafen. Im Moment betreue ich drei Herden auf drei unterschiedlichen Koppeln, da der Besitzer in Urlaub ist. Eigentlich ist da nicht viel zu tun. Im Sommer brauchen sie nur Wasser und ab und zu mal etwas Körnerfutter, den Rest finden die Tiere auf den weitläufigen Grasflächen. Trockenes (!) Brot zum Spaß darf es auch geben. So kann man die Schafe gut halten, leider werden die Tiere und ihre Bedürfnisse oft unterschätzt. Mehrfach konnte ich schon beobachten, wie sich Leute die netten hübschen Tiere zu nah ans Haus gestellt haben und auf eine viel zu kleinen Fläche, gerne auch in einer viel zu kleinen Gruppe. Es sind Herdentiere, die mächtig Lärm machen und ausreichend Platz benötigen. Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeiten, wie sie im Karbener Schlosspark gegeben sind, oder kann eine so große Koppel pachten, aber wer keine artgerechte Haltung bieten kann, sollte einfach verzichten.

Im Winter war die Versorgung der Herden schon eine ganz schöne Plackerei. Da benötigen sie deutlich mehr Wasser (im Sommer nehmen sie Flüssigkeit auch durch das Gras auf) sowie Heu und Futter. Das sollte man auch bedenken, bevor man sich Kamerunschafe anschafft. Es reicht nicht, sie einfach auf eine Weide zu lassen und im Frühjahr an den Lämmern zu erfreuen, wenn man einen Bock bei den Auen hat. Der muss dann weg, damit keine Inzucht entsteht, also muss entweder ein neuer, blutsfremder Bock her – oder die Lämmer zum Herbst hin geschlachtet werden.

Nein, ICH werde keine halten!! Nur vielleicht, wenn wir doch mal in ein Haus mit Koppeln dran ziehen… Dann gibt es auch Hühner…

„Hühner“, mein Stichwort für morgen. Vorhin erreichte mich der Anruf aus den USA, beim Karbener Ordnungsamt sei eine Beschwerde gegen den Hahn eingegangen. Der kleine Sausack geht offensichtlich nachts nichts ins Hühnerhaus, sondern krakelt ab morgens 5 Uhr rum zur Freude der Nachbarn, die keine Gelegenheit auslassen, sich zu beschweren. Bei Sonnenuntergang habe ich ihn nicht erwischt, morgen starte ich den nächsten Versuch. Er kommt dann zur Hahnengruppe im Kleintierzuchtverein. Aber fang‘ mal einen Hahn im Schlosspark. DAS wird ein großer Spaß, ich konnte ihn ja bisher noch nicht mal fotografieren.

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Kaninchen

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Kaninchenkeule, Schinken

Im Hofladen von Buxa gab es kein Geflügel vom Hof – aber Kaninchenkeule. Auch sehr lecker. Erst scharf angebraten und dann langsam geschmort in Rotwein, köstlich. Das Gemüse (Karotten, Zwiebeln, Lauch) und die Gewürze (Rosmarin, Thymian) habe ich in der Pfanne mit Schinken in Öl und Butter angeschwitzt und dann dazu gegeben, eine wunderbare Sauce.

Wie man durch das Foto erahnen kann, wollte ich eigentlich Spätzle dazu machen. Aber ich glaube, das übe ich demnächst lieber mal in Ruhe und nicht, wenn ich eine Pfanne mit Gemüse und einen Bräter auf dem Herd habe. Den Teig vom Brett zu schaben ist sicher nicht so leicht beim ersten Versuch.

Über frische Bio-Eier muss ich mir in den nächsten Wochen keine Gedanken machen – ich bin Hühnersitter und kann mir die Eier aus dem Nest mitnehmen. Im Karbener Schlosspark haben die Tiere eine Freillauffläche, auf der – laut erfolgter Bio-Zertifizierung – 6.000 Hühner erlaubt wären. Na, da haben die 30 ja echt Platz…

 

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Neue Zutaten

öl

Rapsöl, Salami, Schinken

Ich wohne sehr idyllisch in einem Fachwerkhaus in Okarben, 15 km von Frankfurt am Main entfernt. Ein paar Häuser weiter befindet sich seit 20 Jahren „Uschi’s Minilädchen“, der Hofladen der Familie Groth. (Ein Name, der keinem Großstädter eingefallen wäre, denn da zählen nur hippe Namen wie „Glückskinder“ oder „Lieblingsstücke“. Aber lassen wir die Seitenhiebe.) Die Familie hat ein paar Felder, Schweine und Hühner. Tolles Heu habe ich da schon immer mal zugekauft, wenn das Zeug im alten Stall mal wieder verschimmelt war, aber im Hofladen war ich selten. Heute nun mit neuem Interesse und wachem Blick habe ich echte Schätze entdeckt: Salami, Schinken vom eigenen Hof sowie Rapsöl aus Karben (wusste ich doch, dass ich welches finde!).

Ein Kartoffelbrötchen dazu gekauft, die frische Butter vom Dottenfelder Hof darauf gestrichen (echte Butter ist nämlich auch aus dem Kühlschrank direkt streichfähig und nicht knochenhart wie das Industriezeugs) und dann mit Salami und Schinken belegt. Dazu ein Glas Apfel-Quitten-Saft – Kinder, ich sage Euch: Das schmeckt grandios! Die Einkaufsmühe lohnt sich wirklich, denn diese Produkte schmecken um Klassen besser, als der einheitliche Supermarktmist.

Am Wochenende wird geschlachtet, Vorbestellungen kann man abgeben. Ob ich ein paar Rippchen bestellen sollte?

Nachher ist ein kleiner Markt in Okarben, da schaue ich auch noch vorbei. Die Händler werden sicher von nicht allzu weit her kommen, man muss nur immer fragen, was wirklich vom eigenen Hof ist und was zugekauft wurde. Aber die Verkäufer freuen sich meiner bisherigen Erfahrung nach sehr, wenn man sich für sie und ihre Produkte interessiert. Sie kaufen zu, um den Kunden ein größeres Warenspektrum anbieten zu können und ihnen den Weg zum Supermarkt zu ersparen. Nur, wenn sie vielfältig anbieten, können sie halbwegs mithalten.

Mehl, Öl, Milch, Käse, Wurst, Fleisch, Brot, Saft, saisonales Obst und Gemüse gibt es also wirklich in 5 km Umkreis. Mal sehen, was ich noch so finde.

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Schon wieder Schwein

dottenfelderhof

Schweinekotelett, Kohlrabi, Möhren, Kartoffeln

Wie lange wohne ich nun schon im Dorf? Acht Jahre! Und noch immer weiß ich nicht, dass hier am Mittwoch ab nachmittags die Bürgersteige hochgeklappt werden… Die Hofläden in der Parallelstraße sind also geschlossen und ich fahre erneut ins Nachbarkaff zum Dottenfelder Hof. Da sind heute Schweinekotelett, Rüben, Kartoffeln, Kohlrabi und Apfel-Quitten-Saft in der Flasche reif und geerntet. Ach – und Mehl machen die auch selbst, wunderbar!

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Veggie-Day

salatgrüner Salat, Zwiebel, Tomate, Schnittlauch

Die Grünen fordern plakativ kurz vor der Wahl einen vegetarischen Tag in Deutschlands Kantinen, die BILD-Zeitung springt darauf „Die wollen uns das Fleisch wegnehmen“. Ziel erreicht: Man spricht darüber. Verbieten lassen mag sich natürlich niemand etwas.

Ändern muss sich aber was in den Köpfen der Menschen. Wir müssen uns viel mehr vor Augen halten, unter welchen Bedingungen das billige Fleisch konventionell hergestellt wird. Nicht umschalten, wenn die Berichte darüber im Fernsehen kommen. Und Biofleisch kaufen. Man muss nicht jeden Tag Fleisch essen!

Mit gutem Beispiel voran gehe ich an den Kühlschrank und mache mir ein kleines Salätchen. Morgen geht’s wieder in den Hofladen. Ich bin gespannt, was gerade Saison hat und geerntet wurde. Als Stadtkind mit nur wenig Gartenerfahrung weiß ich das ehrlich gesagt gar nicht so genau. Peinlich, aber wahr.

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Zu Beginn im Chaos

nudelpfanneNudeln, Tomate, Zwiebel, Basilikum

Das habe ich ja mal wieder sonnig am Reißbrett geplant… Also einfach beschlossen – und nicht wirklich organisiert. Da sich ein 9-stündiger Arbeitstag plus Vaters Geburtstag abends (ohne Essen…) nicht mit romantischen Hoflädenbesuchen im Ort vereinbaren lässt, bleibt mir zu Beginn also nur der nackte, echte Alltag: Ein Besuch im Supermarkt in der Mittagspause mit wenig Zeit.

Wetterauer Kartoffeln und Speck gibt es glücklicherweise noch vom Wochenende, Wachteleier habe ich selbst und Tomaten und Salat aus dem elterlichen Garten auch bereits gestern gebunkert. Uff. Das reicht für eine Bauernpfanne mit Salat. Oder die restlichen Nudeln mit einer Tomatensauce. Mein Blick streift zärtlich die bekannte Colaflasche – aber ich greife tapfer zum Apfelsaft und Apfelwein aus der Wetterau und prüfe später, ob das ebenfalls geraffte Wasser aus Bad Vilbel wirklich aus Bad Vilbel stammt.

Mit Frühstück und Mittagsessen habe ich zum Glück wenig Stress, weil ich das nicht kenne und selten probiere. Dass das nicht gesund sein kann, ist mir schon klar und vielleicht bekomme ich das im Laufe der Zeit hin: Mehrere kleine und ausgewogene Mahlzeiten am Tag.

Marmeladen könnte ich auf die Schnelle machen in den nächsten Tagen. Brombeeren und Johannisbeeren habe ich im Garten. Da muss ich nur mal wieder ignorieren, dass der Gelierzucker sicher nicht von hier ist. Mal sehen, da denke ich morgen drüber nach. Ach, Joghurt könnte man auch selbst machen. Haben meine Eltern nicht so eine alte Maschine rumstehen? (Na, die werden sich auch wundern die Tage, wie oft ich so zufällig vorbeikomme und sabbernd in ihrem Garten stehe…) Braucht man nur einen Anfangspilz für. Für die Yoghurtproduktion meine ich.

Was mir weniger gefällt ist, dass ich auch meine geliebten Wachteln heute bereits leicht sabbernd betrachtet und die festen Oberschenkel meines Hundes mit leicht irrem Blick betastet habe. Ich vermute, bald sollte ich wieder Fleisch aufm Teller haben, bevor es Verletzte gibt. Gerne auch in Form von 500 kg Rheinischen Sauerbratens…

Was für mich ok ist und was nicht, muss ich rausfinden. Aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und alles ist besser als Fertignahrung und Gewächshauszeug vom anderen Ende der Welt. Ich muss es langsam angehen lassen.

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Anpfiff

schattenEs ist Samstag, ich habe Zeit, mein normales Einkaufsbudget und will nun regional einkaufen. Zwei Stunden, vier Hofläden und zwei Gärten später bin ich 60 Euro los (da wäre natürlich sehr viel mehr möglich gewesen…) und betrachte meine wirr zusammengestellten Produkte. Von einem Samstagseinkauf an Lebensmitteln im Supermarkt kann ich sonst die Woche gut leben, heute bin ich mir nicht sicher, ob ich das Wochenende überstehe.

Was an dem bisschen Zeug so teuer ist? Tja, hoffentlich die Produktion. Milch, Butter und 160 gr Käse = 8,14 Euro. Das Schweinefilet 8,25 Euro. Dafür hätte ich aber auch ein Foto der Kühe und Schweine haben können und habe vor Ort gesehen, wie sie leben. Was den Tieren beispielsweise gefüttert wird, werde ich später in aller Ruhe noch in Erfahrung bringen, wenn ich jeden der Höfe und Hofläden einzeln besuche, Interviews führe und sie komplett vorstelle.

Immerhin konnte ich die Brombeeren, Küchenkräuter und Wachteleier selbst beisteuern. Salat, Tomaten und Zwetschgen sind aus dem Garten meiner Eltern. Das war für mich alles gratis. In den Hofläden hätte man dafür auch noch ein paar Euro lassen müssen – wobei dort keine Wachteleier zu bekommen waren!

Heute Abend gibt es das Schweinfilet mit Käse (vom Dottenfelder Hof), Zwetschgensauce (aus dem Garten) und Nudeln (vom Margarethenhof).

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Startschuss in die Askese…

Seit Wochen lese ich viel über die 100-Miles-Diät eines kanadischen Paars, das ein Jahr lang nur Produkte verzehrte, die innerhalb von 160 km angebaut und verarbeitet wurden. Und bekomme immer mehr Lust darauf, es auch einmal zu probieren. Allerdings ist Verzicht nicht so meins ich denke, ohne Dinge wie Pfeffer und Salz will ich nicht kochen. Diese Ausnahmen werde ich mir also gönnen. Zucker ist leicht durch Honig zu ersetzten und Kaffee brauche ich nicht unbedingt. Sage ich jetzt. Ab Beginn werde ich vermutlich sehr viel Lust darauf haben… Cola wird mir fehlen, das wird hart.

Auf dem Ort habe ich durch Wochenmärkte und Hofläden gute Einkaufsmöglichkeiten und im Sommer ist das Angebot ohnehin groß. Doch bekomme ich Wein und Fisch aus 160 km Umkreis? Da werde ich erst mal ein wenig suchen müssen. Der Obsthof am Steinberg von Andreas Schneider kommt sofort auf meine Liste… Aber gibt es beispielsweise Milch und Butter aus der Region? Darf die überhaupt verkauft werden oder geht alles zum Großbetrieb und wird gemischt? Da muss ich die Wetterau mal gut durchforsten.

Habt Ihr Tipps für mich?

Bei Einladungen werde ich normal essen und auch keine Restaurants meiden, aber ich will mit regionalen Zutaten für zu Hause arbeiten. Banane, Ananas und Kiwi brauche ich nicht unbedingt, aber vermutlich wird mir noch viel mehr auffallen, was normal war in meiner Küche bisher und hier nicht zu bekommen ist. Hätte ich doch mehr selbst gepflanzt! Schnell mal nachlegen nächste Woche. Zum Glück habe ich wenigstens eine gute Auswahl an Küchenkräutern. Ich liebe Kartoffeln, Karotten, Kürbis. Aber wir werden sehen, wann es mir zu den Ohren rauskommt…

Ich denke, eine regionale Mahlzeit am Tag ist ein guter Beginn. Vorher gibt es leider noch eine Grillparty heute, Hummer am Montag usw., darauf werde ich natürlich nicht verzichten.

Jajaja, manche von Euch verdrehen schon wieder die Augen ob meiner komischen Ideen. Und dann auch noch angekündigt inkonsequent. Aber zu eng kann und will ich das nicht gestalten. Ich fange einfach mal an und sehe, wie es umsetzbar ist.

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